41. Tag: Samstag, der 8. September 2012

Mittwoch, den 12. September 2012

Königsetappe

114 Kilometer von Yingxian zum Wutaishan, ca. 2200 Höhenmeter bei angehm sonnigen 22 Grad

Heute liegen seit langen wieder einmal richtige Berge vor uns. Ein paar Kilometer folgen wir der Hautstraße, dann biegen wir nach Süden ab, zum Glück sind wir den schlimmsten verkehr und Staub damit los, nur ab und zu schiebt sich eine LKW Kolonne dem ersten pass entgegen. Nach ein paar Serpentinen, von denen man einen schönen Blick über die umliegenden Dörfer hat, geht es in einem engen und romantischen Tal ganz sanft nach oben. Oben öffnet sich die Landschaft und es gibt nette kleine Dörfer, die Häsuser sind manchmal vollkommen aus Lehm gebaut und man kann erkennen, dass es früher jede Menge Wohnhöhlen gab, die hier in den Lehm oder Löß gegraben worden sind. Allerdings war es in diesen großen Höhlen wohnlicher als man denkt, in einigen Gebieten der Provinz werden diese Höhlen noch bis heute gegraben, vorne kommt eine hölzerner Eingang davor und innen ist alles sauber geweißt oder tapeziert. Meist befindet sich vorne die Küche und im hintersten Teil ein beheizbares Bett, der sogenannte Kang. Eine solche Höhle konnte gut und gerne 35 Quadratmeter Wohnfläche haben.

Siebenhundert Meter schrauben wir uns auf den ersten Pass hinauf, dann geht es wieder 600 Höhenmeter nach unten bis in eine kleine Stadt namens Schlammfluss. Das war früher mal ein kleines Drecksnest mit der Eisenbahnstation für den Wutaishan, das hat sich aber geändert und auch dieses Städtchen ist ansehnlich geworden und explodiert geradezu. Wir stärken uns ordentlich mit gebratenen Gerichten und eine Portion Teigtaschen, denn der Hauptanstieg liegt noch vor uns. Hinter „Schlammfluss“ geht es erst einmal ganz sanft nach oben, dann nimmt die Steigung langsam zu. Fast 5 Stunden brauchen wir für den 1400 Höhenmeter Anstieg, es ist schon eine Weile her, dass ich so etwas am Stück gefahren bin, aber wir kommen gut vorwärts, auch weil das Wetter gut mitspielt. Mittags war es nicht zu heiß, dann wurde es angenehm, lediglich die letzten 300 Meter war es dann etwas kühl und frisch. Langsam kommt man den Gipfeln immer näher, dabei geht es erst noch durch ein paar kleine Dörfer, die hauptsächlich vom Maisanbau leben, dann kommt eine Nadelwaldzone und oben hat man eine wunderbare Sicht über die Bergewelt in der Provinz. Ich erinnere mich noch an den Abschnitt im letzten Jahr, als wir im dichten Nebel gefahren sind und kaum noch 50 Meter Sichtweite hatten, nicht so heute. Gegen 18 Uhr haben wir den Gipfel erreicht, auch wenn es nicht zu kühl ist rate ich Martina und Wolfgang dazu, sich ordentlich einzupacken, denn 15 Kilometer Abfahrt im Schatten saugen die letzte Energie aus dem Körper. Kurz bevor es dunkel wird kommen wir dann leicht bis mäßig durchgefroren im Wutaishan an. Es ist ein großes Touristengebiet und heute ist Samstag. Entsprechen viel ist los und wir sehen zu schnell ins Hotel und unter sie warme Dusche zu kommen und danach in eins der Lokale. Trotz der Anstrengung des Tages oder gerade deswegen ist der Hunger nicht zu groß, dafür schmeckt das Bier doppelt so gut und das Bett ruft schon nach dem müden Radler. nach dem harten Tag wird es in den nächsten zwei tagen ruhiger, denn wir haben hier im Wutaishan, einem der vier buddhistischen Heiligtümer Chinas zwei Ruhetage, um die Tempel der Region und die schöne Bergwelt zu genießen.

40. Tag: Freitag, der 7. September 2012

Mittwoch, den 12. September 2012

Türme der Welt

81 Kilometer auf staubigen Straßen von Datong nach Yingxian, 94 Höhenmeter, meist viel Verkehr und viel Staub bei angenehmen 22 Grad und Sonne, Besichtigung der Holzstupa in Yingxian

Was haben Paris, Pisa und Yingxian gemeinsam? Nicht erraten? Die Rückseite der Eintrittskarte zur Pagode von Yingxian verrät es. Und hier kommt die Auflösung: Die drei weltberühmtesten Türme stehen in diesen drei Städten.

Wir besichtigen also heute die berühmte Holzpagode von Yingxian, welche die größte, älteste und schönste Holzpagode in China und damit wohl auch der ganzen Welt ist. (Vor allem in Afrika, Südamerika und in der Antarktis gibt es nur wenig vergleichbare Bauten). Doch bis dahin sind wir am Morgen noch einen Tagesritt entfernt. Den Megabrunch zum Frühstück werden wir eine Weile vermissen, die frischen Baguettes vor allem und den hausgemachten Joghurt.

Bei der Ausfahrt aus datong lassen sich die Dimensionen der Stadt erkennen, auf den vierspurigen Straßen, die stadtauswärts durch die Vorstädte führen ist mehr als regen Leben. Auf der Ausfallstraße wird plötzlich unser Fahrer von der Polizei gestoppt. Er hat ein Pekinger Kennzeichen und darf deshalb die kleine Straße nicht benutzen. Ich radle flugs zurück und wechsle ein paar nette Worte mit dem Polizisten. Die Idee einer Fahrradtour von Russland bis nach Peking beeindruckt ihn und ich verspreche, im nächsten Jahr eine andere Strecke für den Fahrer zu suchen. Der Polizist grinst und gibt Xiao Zhang die Papiere zurück und wünscht uns eine gute Fahrt. Zhang ist glücklich, denn eigentlich hatte er 200 Yuan (25 €) blechen sollen. Doch wenig später müssen wir uns dann sowieso vom Fahrer trennen, wo letztes Jahr eine Baustelle war, ist dieses Jahr auch noch eine, wir können über die Brücke schieben, das Fahrzeug muss einen großen Bogen schlagen. Wir verabreden uns im nächsten größeren Ort.

Hinter der Brücke wird die Straße dann sehr angenehm, denn nun fahren wir autofrei, nur ein paar Mopeds oder Traktoren zuckeln von einem Dorf zum anderen, aber auch hier ist die Freude nur 15 Kilometer lang, dann hat uns die Hauptstraße wieder, auf der ordentlich Schwerverkehr rollt, aber so erreichen wir rasch unser Ziel zum Mittagessen, wieder ein einstmals winziges Städtchen, das in den letzten 10 Jahren explodiert ist und sich zu einer modernen Stadt entwickelt hat.

Gegen 15 Uhr taucht dann erstmals der Umriss der Pagode von Yingxian am Horizont auf. Außer dem Turm, der vor über 1000 Jahren erichtet wurde, gibt es keine weiteren Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Aber man hat auch hier die Altstadt saniert, das heißt abgerissen und im Ming oder Qing Stil wieder aufgebaut. Das liegt aber schon ein paar jahre zurück und inzwischen sind alle Läden und Lädchen vermietet und es herrscht regen treiben in den Straßen und Gassen. Für die Pagode zahlt man ordentlich Eintritt, satte 12 € werden fällig und der Nepp kommt erst drinnen, man darf in diesem Jahr nicht hinauf auf den Turm, der so blumenreich mit dem Eiffelturm und dem Schiefen Turm verglichen wird. Ohne einen einzigen Nagel zusammen gezimmert stellt er natürlich die beiden anderen Türme noch in den Schatten, aber man darf eben nicht mehr hinauf. dabei erinnere ich mich noch gut an die grandiose Aussicht, die man vom vierten oder fünften Stock hatte, als wir hier im letzten Jahr waren. Martina und Wolfgang sehen es nicht so tragisch, die Pagode sei auch so recht beeindruckend. So schlendern wir dreimal um die Pagode und durch den kleinen wenig spektakulären Tempel dahinter und suchen uns dann unser Hotel. Hier haben wir dann im 6. Stock, die Aussicht, die wir an der Pagode erwartet hatten.

Heute beenden wir den Abend nicht zu spät, denn morgen wartet wohl eine der schwersten Etappen auf uns, es geht über zwei Pässe zum Heiligen Berg Wutai, dem Wutaishan.

 

39. Tag: Donnerstag, der 6. September 2012

Mittwoch, den 12. September 2012

Großstadtmilieu

Noch ein Ruhetag in Datong, Spaziergang auf der neuen alten Stadtmauer und Besichtigung der „restlichen“ Tempel der Stadt

Wieder verlockt das großzügige Frühstücksangebot dazu, viel zu viel zu essen und entsprechend schwer fällt der Aufbruch. In der Hotelstraße gibt es einen guten Radladen, hauptsächlich mit Bianchi Rädern, die hellgrün im Schaufenster leuchten. Die preise sind mit Rädern in Europa vergleichbar. Wer fährt hier solches Edelgerät, wo man dafür 4 oder 5 E-Bikes bekommen kann.

Wieder beginnen wir mit einem schönen Tempel gegenüber der Stadtmauer und wandeln durch neue altre Anlagen, hinter dem pseudohistorischen Gebäuden, angeblich aus der Yuan Dynastie wird gerade ein schöner Park angelegt, aber es wird noch ein paar Monate dauern, bis man hier staubfrei lustwandeln kann. Die Stadtmauer von Datong war im letzten Jahr nicht viel mehr als ein Lehmwall, aber die Handwerker haben fleißig gearbeitet und ihr Budget ordentlich verbaut, zwei Drittel der Stadtumwallung mit fast 6 Kilometern Länge sind bereits wieder hergestellt und vermutlich bombastischer als jemals zuvor, denn um die Tore gibt es gigantische Fortanlagen. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick, draußen vor den Mauern liegen die Sattelitenstädte mit 10 bis 15-stöckigen Wohnsilos und in der Stadt prallen neu, pseudoalt und alt aufeinander. Fast zwei Stunden verbringen wir auf der Mauer und werden kaum gestört, denn außer uns gibt es nicht mehr als ein Dutzend weiterer Spaziergänger. Beim Osttor steigen wir dann wieder herab und stehen vor einem weiteren alten Tempel, eigentlich haben wir keine Lust mehr, aber von oben hatten wir einen schönen weißen Stupa erblicken können und so nehmen wir diesen Tempel dann als Abschluss unseres Besichtigungsprogrammes. Auch hier gibt es kaum Touristen und wir sind in der großen Anlage fast alleine und genießen die Ruhe und Abgeschiedenheit, bis wir durch den Baulärm zurück zum Hotel ziehen. Abends gehen wir wieder in das tolle Restaurant vom ersten Abend und genießen noch einmal in vollen Zügen.

Datong wird wohl in den nächsten Jahren massiv in den Reiseführern auftauchen und kann seinen Gästen gute zwei Tage volle Sehenswürdigkeiten bieten. Dazu kommt natürlich noch die Straße mit den großen Kaufhäusern und in der Neualtstadt werden sich wohl zahlreiche Boutiquen ansiedeln und die Bücher werden die Stadt als „chinesisches Rom“ oder so etwas loben. Aber wahrscheinlich wird man bald nicht mehr den Luxus haben ungestört unter Pinien und zwischen alten und neuen Tempeln zu wandeln, sondern sich mit aberhunderten von Chinesen und ein paar Ausländern den Kulturgenuss teilen müssen.

 

 

38. Tag: Mittwoch, der 5.September 2012

Donnerstag, den 6. September 2012

Neue alte Stadt

Ruhetag in Datong mit ausführlichem Stadtspaziergang, Sonnenschein bei 25 Grad

Selten ist ein Frühstück so bemerkenswert wie hier im Hotel in Datong. Der Kaffee kommt aus einer italienischen Espressomaschine, es gibt frische Baguette, Butter, Käse, Sushi, Salt und Obst und diverse warme chinesische Gerichte. Wir brauchen mehr als eine Stunde zum Schlemmen. Unser Fahrer wird zum ersten Mal im Leben mit Brot, Butter und Käse konfrontiert und ist, im Gegensatz zu vielen anderen Chinesen begeistert. Heute erklären wir ihm, wie essen bei uns funktionieret. Danach ist uns eher zu einer weiteren Runde Schlaf zumute, als zu einem Stadtspaziergang, doch wir brechen eisern auf.

Die ganze Innenstadt ist eine große Baustelle, wie wir gestern schon bei der Einfahrt gesehen haben. Ehemals gab es im Zentrum einige Viertel mit niedrigen Häusern und kleinen Höfen, in denen in engen Zimmern bis zu vier Familien wohnten, dann gab es die „Kachelhäuser“ aus den 80ern und einige mehr oder weniger moderne Gebäude aus den letzten Jahren. Bis auf einige wenige der neuen Häuser ist man dabei wirklich alles wegzureisen und durch ein neue Altstadt zu ersetzen. Dabei wird ein so dermaßen historisches Zentrum errichtet, wie es die Stadt mit seiner mehr als 2000jährigen Geschichte noch nicht gesehen hat. Doch der Reihe nach. Zuerst durchlaufen wir noch einen der wenige Straßenzüge mit den chinesischen Wohnhöfen. Wir werfen einen Blick in die engen Höfe, wo es immer eine Mischung aus Messiwirtschaft und Blumenliebhaberei gibt. In den engen Höfen wurde in den letzten Jahren alles angesammelt, was aus der Wohnung flog, alte Fenster, kaputte Töpfe, Baumaterial. Das macht die nur 5 oder 6 Quadratmeter großen Höfe noch kleiner. Dazwischen blühen schöne Herbstastern in großen Blumentöpfen. Die Toilette, die sich 50 Meter die Straße runter befindet, riecht man auch gegen den Wind. Doch schon in der zweiten Straße wartet die Abrissbirne und eine Straße weiter ist das neue alte Zentrum schon im Wachsen. Prachtvolle Häuser im klassischen Stil und wo früher ein kleiner Tempel war, da steht heute ein großer.

Insgesamt will man in die Altstadt 6 Mrd. Euro pumpen und die Stadt zu einer touristischen Größe in China umbauen. Wir haben kaum Zweifel, dass das gelingen wird.

Zuerst verweilen wir auf dem neu geschaffenen Platz im Zentrum. Hinter uns plätschern Mozart und Tschaikowsky in Popversionen und vor uns die Fontänen eines Springbrunnens. Jetzt am Vormittag hat sich hier lediglich eine Hand voll Inlineskater eingefunden, um technisch versiert Runden zu ziehen. Das sind keine Jugendlichen, sondern alles ältere Leute um die 60. Gekleidet wie für einen Wettkampf der Olympischen Spiele zeigen sie, was sie können und es sieht richtig gut aus.

Gleich gegenüber liegt der Huayan Tempel. Auch hier wurde viel investiert, aber für die fetten 80 Yuan Eintritt, das sind, nach dem unser Euro in den letzten drei Jahren gegenüber dem chinesischen Geld um 30% abgemerkelt wurde, immerhin 12 Euro, aber dafür bekommt man auch eine toll renovierte Anlage zu sehen. Nur an Leben fehlt es noch im Tempel, lediglich im letzten Tempel wurde gerade eine kleine Zeremonie für eine Pilgergruppe abgehalten. Dann wandeln wir weiter durch die neue Prachtstraße, die Gebäude sind alle fertig, aber noch nicht bezogen, so dass auch hier noch alles leer und tot wirkt, aber in zwei Jahren wird es hier zugehen wie in Berlin auf dem Weihnachtsmarkt. Als nächstes lassen wir uns von einer rüstigen 80 Jährigen durch die Moschee führen, die von Außen kaum von einem buddhistischen Tempel zu unterscheiden ist, lediglich auf den zwei Minarett-Pagoden thront obenauf der Halbmond.

Eins der berühmtesten Denkmale der Stadt enttäuscht ein wenig, die Neun-Drachen-Wand, ein vielleicht dreißig Meter Langes Kachelrelief mit 9 Drachen. Da rundherum alles renoviert ist, verblasst der Charme der wirklich alten Anlage ein wenig.

Einen weitern Tempel nehmen wir uns für heute vor. Der Kofuziustempel mit Gebäuden aus der Yuan Dynastie, also aus dem 14 Jahrhundert. Auch hier kräftig renoviert, aber auch viel alte Bausubstanz erhalten. In den Tempeln werden der Gründer der Religion und seine Beschützer dargestellt und angebetet, die Figuren sind dabei mythisch massiv erhöht und recht furchteinflößend. Auch hier im Tempel dösen alle in der Nachmittagshitze vor sich hin und wir sind die einzigen Touristen.

Wir lösen unseren Stadtrundgang dann hier auf und vertagen uns auf den Abend, schließlich haben wir noch einen weiteren verdienten Ruhetag hier.

 

37. Tag: Dienstag, der 4. September 2012

Donnerstag, den 6. September 2012

Bollwerk gegen die Barbaren

68 Kilometer von Fengzhen nach Datong, 400 Höhenmeter bei sonnigen 25 Grad, Besichtigung der Yungang Groten

Wir verlassen auf etwas verschlungenen Wegen die Stadt, direkt vorbei am großen Kohlekraftwerk, dass die ganze Stadt überragt. Davor arbeiten die Kohlehändler und schaufeln Kohle von ankommenden LKW und dann wieder auf kleiner Trecker. Wir nähern uns massiv der Provinz Shanxi, in der sich große Kohlevokommen befinden und wir verlassen die Innere Mongolei. Für die Herrschenden war diese Linie in den Jahrhunderten der chinesischen Dynastien mehr als wichtig. In den Steppen lebten die Nomadenvölker, die die nördlichen Teile des Landes regelmäßig verwüsteten und plündert und während der Yuan Dynastie sogar die Herrschaft über die Chinesen übernahmen.

Deshalb begann man vor mehr als 2000 Jahren schon mit dem Bau der Großen Mauer. Immer wieder wurden neue Abschnitte gebaut, weitere Linien kamen dazu, andere verfielen. Wenn man von Fengzhen kommt, könnte man den „10.000 Meilen Langen Wall“ ohne Probleme übersehen, denn hier ist außer ein paar Lehmmauern und aller 500 Meter den kläglichen Lehmresten von Wachtürmen nicht mehr viel übrig geblieben. Trotzdem zelebrieren wir unsere nun definitive Einfahrt ins Reich der Mitte auf den Resten eines etwa drei Kilometer zurück gelagerten Forts. In den Ruinen liegt idyllisch ein Dorf und die Ziegeln, die einst die Festung ummantelten wurden alle abgetragen und zum Bau der Häuser verwendet, wie überall dort, wo die Mauer nicht restauriert wurde.

Nach ein paar Hügeln, liegen dann vor uns die Yungang Grotten, auf Deutsch „Wolkengrat-Grotten“. In einem Tal befindet sich eine Tempelanlage, die sich über mehr als einen Kilometer hinzieht. Am Eingang haben die Chinesen mit hohem Aufwand historisiert, dass heißt, zu den alten Anlagen kamen pompösere neue im alten Stil hinzu. Wir wandeln durch eine Straße, die rechts und links von steinernen Säulentragenden Elefanten gesäumt ist. Dann folgt ein großzügiger Tempelkomplex mit interessanten Figuren, da alle Buddhas und Bodhisattvas aus Holz gearbeitet sind und deshalb auch nicht bemalt wurden. Ein toller Kontrast vor den kunstvoll bemalten Wänden. Erst hinter diesem Tempel befindet sich die historische Anlage. Vor 1500 Jahren begann man in mehreren Phasen mit der Anlage der über 250 Nischen und Grotten mit 51.000 Statuen und Skulpturen. Vieles wurde von der Zeit zerfressen und zernagt und es lässt sich die einstige Pracht nur schwer erahnen. Doch je weiter man vorankommt, desto größer werden die Grotten im Sandstein, manche beherbergen bis zu 15 Meter hohe Buddhafiguren. Die Grotten im mittleren Teil der Anlage sind am besten erhalten und hier leuchten die Figuren und Wandmalereien in bunten Farben. Fast zwei Stunden brauchen wir für die Anlage, was den hohen Eintrittspreis von 20 € rechtfertigt.

Bis nach Datong ist es dann nur noch ein kleiner Schritt, nur noch 20 Kilometer und wir werden von der 3 Millionen Stadt eingesaugt. Wir kommen gut durch den lebhaften Verkehr und holpern durch die Innenstadt zum Hotel. Die Altstadt wird komplett saniert und ist deshalb eine riesige Baustelle.

Am Abend genießen wir den Luxus in einem gehobeneren Lokal, die Gerichte sind extravagant und fein, der Fisch ist auf die Sekunde frittiert, das rauchige Aroma der Aubergine war perfekt, ebenso wie der Spinat mit Hirse und das Lammfleisch.