3. Tag: Sonntag, der 15. Dezember 2013

Montag, den 16. Dezember 2013

Feuertopf am Mekong

Räderschrauben, 5 km mit dem Rad durch die Stadt Jinhong, erste kulinarische Höhepunkte bei 15 Grad und Regen bis Mittag

Am Morgen regnet es weiter in Strömen und es sieht nicht so aus, als ob es jemals wieder aufhören möchte. Die Wetterapp sagt jedoch für den Nachmittag Besserung voraus. Noch immer recht müde vom langen Flug traben wir in eine Nudelstube und dann in ein Kaffee und beschließen dem Wetterbericht zu glauben und erst am Nachmittag die Räder zu schrauben. Das heißt, noch einmal zwei Stunden schlafen!

Danach regnet es weniger und wir machen einen kleinen Spaziergang. Ein wenig geht es durch die Stadt in Richtung Mekong. Einige von uns sind das erste Mal in China und können noch an jeder Ecke über das wuselige Leben hier auf den Straßen staunen. Auf den Straßen kaum Fahrräder, nicht zu viel Autos hier in Jinhong und unzählige Elektroroller flitzen durch die Straßen. Überall gibt es kleine Läden und Restaurants für die Touristen. Aber nicht für die paar Ausländer, die sich hierher verirren, sondern vor allem für die chinesischen Touristen. Die Gegend hier am Mekong ist landschaftlich reizvoll und die Chinesen kommen, um Pu-erh Tee zu kaufen, geschliffenen Steine und Edelsteine aus Burma, um die Minoritäten, die hier leben zu begutachten oder im Elefantencamp die Dickhäuter zu streicheln. Der Regen hat gemäß der Vorhersage nun auch aufgehört.

Der Mekong hat hier vielleicht die Größe der Elbe in Dresden und fließt braun und träge durch die Stadt. Entlang des Ufers wurde eine schöne Promenade mit teuren Restaurants gebaut, man kann aber auch recht gemütlich durch einen schönen Park schlendern. Zurück zum Radladen packt uns der Hunger und wir stoppen an einem kleinen Laden mit gedämpften Teigtaschen und schaffen uns eine Basis fürs Schrauben der Räder.

Diese sind recht ordentlich vorbereitet und so haben wir nicht so viel zu tun. Außerdem haben wir unseren Radschrauberprofi Christian dabei, sodass ich mir auf der Tour wohl kaum Sorgen um die Räder zu machen brauche. Nach einer Stunde sind wir rollbereit und drehen noch eine Runde durch die Stadt, dann wieder zum Hotel zurück.

Nach einer heißen Dusche geht es dann zum noch heißeren Feuertopf zwei Kreuzungen weiter. Gegessen wir draußen und drinnen. Und es ist unglaublich voll und laut. Nach 10 Minuten haben wir auch einen Tisch, in die Mitte kommt ein Yin-Yang Topf, darin schwabbert auf der einen Seite eine megascharfe und auf der anderen Seite eine milde Brühe. Dazu bestelle ich dann von einer langen Liste die Ingredienzien für dieses chinesische „Fondue“: Wachteleier, Shrimps, Tofuhaut, Kürbis, Kartoffel, Römerkohl, Spinat, etwas Lammfleisch, Fischbällchen, Pilze……… Dann haben wir knapp zwei Stunden Spaß beim Essen. Die Zutaten kommen in den Topf und werden dann nach 5 Minuten wieder herausgefischt und mit würzigen Soßen gegessen. dazu benötigt man natürlich mittlere bis größere Mengen Bier, denn ein Feuertopf-Mahl ist eben auch recht scharf. Gründlichst gesättigt rollen wir dann mehr zum Hotel zurück und es ist auch schon wieder 22 Uhr und morgen haben wir den ersten tag auf dem Rad. Hoffen wir mal, dass es nicht wieder regent!

 

 

2. Tag: Samstag, der 14. Dezember 2014

Montag, den 16. Dezember 2013

Und samstags spielt die Blasmusik

von Flugzeugabstürzen und unserem Treffen in Kunming und einem holprigen Weiterflug nach Jinhong, in Kunming 12 Grad und Regen, in Jinhong 16 Grad und Regen

Während meiner Gruppe mit guter Hoffnung schon im Flieger sitzt, dem Feinfrost in Deutschland zu engehen, bin ich ja schon in Kunming und habe hier eine Woche ausschlafen können. Das Wetter war recht erträglich, meist war es sonnig so um die 18 Grad, hier allerdings ein Grund, die Klimaanlage schon einmal auf „Heizen“ zu stellen.

Geweckt werde ich durch Blasmusik. Im Zentrum der Stadt am Cui Hu See trifft sich am Wochenende alles was laufen kann, um im Park zu entspannen. Dazu gehört auch die Gruppe der Hobbybläser, die nun morgens um 8 Uhr „Katjuscha“, „Djingel Bells“ und andere international „Hits“ intonieren, nicht immer ganz richtig, aber schön laut. Das durchweg chinesische Publikum quittiert das Gebläse der Rentnerguppe mit höflichem Applaus.

Ein Blick auf den Wetterbericht verheißt nix Gutes. Regen ist angesagt und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, morgen sogar Schneeschauer – ein guter Zeitpunkt die Stadt zu verlassen. Beim Mittag in einer Nudelstube treffe ich auf drei Schweizer, die auch mit dem Rad unterwegs sind und so kommen wir stundenlang ins erzählen. Im Myanmar waren sie auch schon, wo ich gerade meine Tour beendet habe. Dort waren sie am Inle See mit dem Flieger der Air Bagan abgestürzt und zeigen mir die Bilder vom brennenden Flugzeug. Wegen der unübersichtlichen Buchungslage und den schon letzte Woche beschriebenen chaotischen Zuständen am Flughafen, ist nicht genau bekannt, wie viele der Insassen den Crash nicht überlebt haben.

Die Maschine war trotz des Nebels in Heho zum Landeanflug übergegangen, natürlich fliegt man in Myanmar nicht mit dem Autopiloten oder elektronischen Landehilfen, sondern auf Sicht. Da aber der Höhenmesser falsch kalibriert war, schlug die Maschine nicht auf einem Rollfeld, sondern auf einem Reisfeld auf, die Maschine zerbrach und vor allem die vorne sitzenden hatten Glück, schnell aus dem Wrack herauszukommen. Ein interessante Geschichte, vor allem, wenn man fast schon auf dem Weg zum Flughafen ist.

Gegen Mittag setzt dann auch der versprochenen Regen ein und ich nehme den Bus zum modernen Flughafen in Kunming. der ist vor zwei Jahren eröffnet worden. Ein zweckmäßiger, moderner Bau, abends sogar richtig schick beleuchtet und der drittgrößte Flughafen in China. Der gesamte Komplex hat lediglich zwei Jahre Bauzeit benötigt und die Anlage funktioniert gut, ohne Probleme bei Rauchmeldern und anderem und die Eröffnung war pünktlich. Vielleicht sollte sich der Berliner Oberbürgermeister und frisch wiedergewählter Vorstandsvorsitzende des Berliner Großflughafens mal die Telefonnummer der Gesellschaft aus dem Internet ziehen. Mit ein bisschen Beratung klappt es ja dann vielleicht in Berlin auch in den nächsten fünf Jahren.

Meine Gruppe bestehend aus vier Frauen und drei Männern kommt recht pünktlich aus Bangkok in Kunming an. Etwas müde tampern wir über das gesamte Gelände und finden dann auch einen passenden Geldautomaten und versorgen uns mit frischen Scheinen mit dem Antlitz des großen Vorsitzenden. Die ersten davon setzen wir dann in einem Flughafenlokal zu saftigen Preisen in dünnes Bier um.

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Aus unerfindlichen Gründen geht meine Maschine 20 Minuten später, als die der anderen. Beide Maschinen sind gut gefüllt und starten am späten Abend in den Regen. Entsprechend rumpelig ist der wolkige Weg nach Jinhong und im Flieger kommen sofort die Gedanken an die Geschichte von den drei Schweizern. Doch nach etwas mehr als einer Stunde landen die Maschinen sicher in Jinhong, mein Flieger war sogar etwas schneller und hat die Viertelstunde Vorsprung aufgeholt. Es regnet in Strömen und wir lassen uns ins Hotel fahren. Auf den grauen, nassen Straßen gibt es um Mitternacht natürlich nicht viel zu sehen. Im Hotel noch ein nicht ganz so dünnes Bierchen und dann geht es ab ins Bett.

Fazit nach Hause: Wir sind alle gesund und müde angekommen!

21. Tag: Samstag, der 25. Mai 2013

Samstag, den 25. Mai 2013

Kein Sprung in die Tiefe

25 Kilometer von Zhangmu über die nepalesische Grenze zum Last Resort, 110 Höhenmeter hoch und wieder viel runter auf der holprigen nepalesischen Hauptstraße, sonnig bis 30 Grad

In Nepal ist Tourismus wieder Tourismus! Man kann sich mit dem Jeep oder Bus in die Randzone des Himalaya fahren lassen, über eine lange Hängebrücke wanken, auf der anderen Seite in einem grünen Bambusgarten stilvoll und teuer nepalesisch essen und dann (mit vollem oder leerem Magen) an einem Gummiseil von der Hängebrücke 75 Meter in die Tiefe fallen lassen. Kann man, oder auch nicht. Aus unserer Gruppe will keiner. Lieber schauen wir den anderen dabei zu, wie sie mit schlotternden Knien auf die kleine Plattform steigen und sich dann mit einem martialischen Schrei in die Schlucht stürzen, 10 Sekunden für 60 Euro. Wegen der Nahtoderfahrung, sagen mir dann ein paar Leute, die es heute schon getan haben. Ich antworte, dass ich mit meiner Nahtoderfahrung noch ein paar Jahre warten will und genieße das grandiose Buffet am Abend im luxuriösen Zeltlager, in dem wir hier untergebracht sind. Einigen der Springer haben keinen Appetit mehr.

So endete unser heutiger Tag, der am Morgen noch in Tibet, also auf der chinesischen Seite mit Kaffee und Tost begann. Danach radelten wir die letzten 10 Kilometer mit weiteren zwei Checkpoints runter bis zur Freundschaftsbrücke, die Nepal und China verbindet. Auf der chinesischen Seite dann schon ein mächtiger Auflauf an Menschen und Gepäck, rot-braun gebrannte Bergsteiger, die für 40.000 USD den Everest bestiegen haben (oder auch nicht), bunt- überausgestattete chinesische Touristen,  sieben Radfahrer und viele Nepalesen, die sich als Träger verdingen. Letztere bepacken sich dann mit mindestens drei oder vier zusammen gebundenen Rucksäcken oder großen Fässern der Expeditionsausrüstung. Auch unsere Gepäckstücke landen auf den Rücken der Träger und verschwinden dann schon völlig ungeprüft in Richtung Nepal. Derweil nähern wir uns in einer langen Schlange dem chinesischen Zoll, der dann alle Taschen noch einmal eingehend nach verbotener Literatur überprüft. Unsere „Dalai Lama for Chinese President“ Poster, die von uns aus dem Kloster Tashilunpo entwendete 145 kg schwere goldene Maitrea Statue und die 30 Kilo Kanabis Pollen sind längst in Nepal! Ohne Probleme werden wir dann ausgestempelt uns laufen über die Freundschaftsbrücke nach Nepal. Hier ist es gleich einmal 2 Stunden und 15 Minuten früher und alles läuft etwas chaotischer, aber auch entspannter. In einem kleinen Office drängen wir uns zwischen die einreisenden Chinesen und lassen unsere Visa abstempeln und werden von unsere nepalesischen Guidefamilie begrüßt. Unser Gepäck hat vollständig und unbeschadet schon den Weg in den Kleinbus gefunden und dann rollen wir die ersten Meter in Nepal weiter abwärts.

Die Straße wird massiv schlechter und ist oft nur eine Holperpiste, dafür wird es landschaftlich immer grüner, wärmer und feuchter. Überall gibt es Bäume, Sträucher, Bambus und blühenden Holunder. Wir stoppen erst einmal in einem kleinen Restaurant für eine Reismahlzeit mit Dahl, der traditionellen Linsensuppe, eine leckere Sache.

Dann holpern wir weitere 10 Kilometer ins Tal, bis zu einer großen Hängebrücke und sind dort, wo ich vorhin schon begonnen zu schreiben habe. Der Tag im „Last Ressort“ endet mehr als entspannt bei einem tollen Buffet und einem Abend im Zelt, während draußen Vögel zwitschern und Grillen zirpen, die „Hundstage“ sind wohl vorüber.

20. Tag: Freitag, der 24. Mai 2013

Freitag, den 24. Mai 2013

Übers Dach runter in den zweiten Stock

125 Kilometer von Sumo nach Zhangmu, noch einmal 1200 hm hoch und mehr als 3500 nach unten, zwei Pässe mit 5025 und 5120 Metern Höhe und dann Downhill bis zum Grenzort Zhangmu in 1700 Meter Höhe, bei Sonne bis 22 Grad

Warum das „Dach der Welt“ das „Dach der Welt“ begreifen wir heute. Aus Angst vor dem Gegenwind sind wir heute mit Sonnenaufgang beim Frühstück und schon 7.30 Uhr auf den Rädern. Es ist noch bitterlich kalt, so knapp unter dem Gefrierpunkt und nur ganz langsam dringt die Sonne in die Täler vor. Als wir dann endlich im Sonnenschein fahren wird es angenehm, auch die Höhe scheint uns kaum noch etwas auszumachen, so strampeln wir dann den letzten beiden 5000er Pässen entgegen. Als sich die Landschaft etwas öffnet und wir in die letzten Anstiege gehen kann es eigentlich nicht schöner sein. Was für ein Panorama, was für ein Licht, was für ein Land-schon für diesen einen Tag hätte sich die Tour und alle Anstrengungen gelohnt. Zwar ist der Everst zu weit entfernt, aber der Blick ist frei auf den Shishapangma und den Cho Oyu, denen wir heute fast schon beängstigend nahe kommen; und unsere Straße scheint uns direkt dorthin zu führen.

Die beiden Pässe sind dann ein Klacks, zuerst kommt der Lalung La, der dann nach dem Hauptanstieg nur ein sanfter Hügel ist, dann geht es noch einmal in einer schönen Abfahrt  200 Höhenmeter runter und dann auch wieder mit recht gemütlichen 4 % Steigung wieder hinauf, noch einmal einen Schritt näher an die höchste Gipfelkette der Welt heran. Schon kurz nach 11 Uhr ist dann auch der nächste Anstieg auf 5140 Meter Höhe geschafft, der Yarle Shung La, und damit der letzte hohe Pass auf der Tour. Der Abstieg auf der anderen Seite lässt sich schon erahnen und es ist wirklich wie auf dem Dach eines Hauses, auf beiden Seiten geht es nach unten, nur ein paar Giebel überragen uns noch.

Das zeitige Aufstehen hat sich gelohnt, bis jetzt ist es windstill und so stürzen wir uns in die wohl längste Abfahrt der Welt. Unser Glück hält noch eine Weile an, nämlich bis 20 Kilometer vor Nyalam, der vorletzten chinesischen Stadt, dann haben wir den Wind ordentlich gegen uns.

Nach unten hin wurde die Luft spürbar dicker und dicker und es wird auch wärmer. Die Felder in den tibetischen Dörfer stehen hier schon viel weiter im Grün und es gibt mehr Wasser und Bäche. Das ist natürlich kein Wunder, denn es schafft nur ein kleiner Teil der Wolken übers Dach der Welt, so ist der südliche Teil des Himalaya der schönere, zumindest was die Vegetation angeht.

Während wir mal in Serpentinen, mal in langen Tälern nach unten rollen, verschwinden die Eisgipfel nach und nach und dann kämpfen wir noch 1,5 Stunden gegen den Wind, bis wir die an einen Hang geklatschte Stadt Nyalam erblicken. Hier dominieren Zweckbauten aus Beton und das Leben wird vom Handel mit Nepal bestimmt. Vor ein paar Wochen hat ein kräftiger Dauerregen die einzige Brücke in der Stadt weggespült, zwar gibt es unten einen wackeligen Steg über den reißenden Bach, den ich auch probiere, aber es ist einfach zu gefährlich, wer dort reinfällt, der kommt lebend nicht mehr aus dem Wasser raus. Also nehmen wir die 4 Kilometer Umfahrung in Kauf, um zu unserem Mittagessen zu kommen. Das von Lecbe, unserem Führer, empfohlenen Restaurant hat geschlossen, bei einem weiteren Restaurant ist der Koch nicht zu finden und so bleibt nur eine Bude mit Lanzhou Nudeln. Zum Glück entdecke ich dann noch einen Jiaotze-Laden, das sind gefüllte Teigtaschen, die eigentlich im Norden Chinas ihr zu Hause haben, wie Ravioli, superlecker und ich habe mich während meines Studium in Beijing hauptsächlich davon ernährt. Wir verschlingen dann 2 kg der leckeren Taschen und sind bereit für die nächsten 30 Kilometer.

Der Gegenwind hat noch einmal ordentlich aufgefrischt und treibt dicke Wolken aus Nepal heran, doch das ist jetzt egal, denn die Straß fällt mit sattem Gefälle in die Schlucht und so kommen wir gut voran. Kurve um Kurve wird die Luft nun dicker und feuchter, rundherum wird es grüner und die Pflanzen werden größer, bald kommen die ersten Bäume und Sträucher.

Die Straße ist ein Wunderwerk an Ingenieurskunst, klebt oft dicht am Felsen und auf der anderen Seite geht es 200 oder 300 Meter in die Tiefe. An vielen Stellen muss permanent nachgebessert werden, weil nach jedem Regenfall sich Gestein löst oder Erdrutsche die Strecke ganz blockieren.

Gegen 17 Uhr taucht dann der Grenzort Zhangmu auf, ein wildes Nest mit schmalen Gebäuden, die sich über fast 10 Kilometer an einer Straße reihen, die sich wie ein Drachen durch den fast schon subtropisch grünen Berghang zieht. Die Straße ist schmal und die Verkehrslage chaotisch. Es wird viel gebaut und an den Baustellen kommt gerade noch ein Fahrzeug durch, kommt dann Gegenverkehr, entsteht auf beiden Seiten ein hupender Knoten, der sich immer nur mit Mühe entwirren lässt und unser Fahrer lässt auch sichtlich Nerven. Dann wird er auch noch von einem Polizisten aus dem Verkehr gezogen, weil er nicht angeschnallt war, seine Lizenz verschwindet in einer Schublade und er darf nicht weiter. Nach Lecbes Intervention, darf er dann wenigstens weiter fahren und später telefoniert noch einmal der Chef der Reiseagentur mit der Polizei und am Abend bekommt der Fahrer seine Papier zurück und braucht nicht einmal die angedrohten 200 Yuan Strafe zu bezahlen.

Gegenüber dem Hotel gibt es ein nepalesisches Restaurant und dort bereiten wir uns dann kulinarisch schon einmal auf die nächsten Tage vor. Der eindrucksvolle Tag mit 125 Kilometern sitzet aber dann doch in den Knochen, sodass wir nicht zu spät in die Betten verschwinden.

19. Tag: Donnerstag, der 23. Mai 2013

Donnerstag, den 23. Mai 2013

Abschied vom Everst

62 Kilometer von Tingri nach Sumo, 412 Höhenmeter bei strahlender Sonne bis 22 Grad, die letzten 15 km dann wieder ordentlicher Gegenwind

Heute Morgen ist es doch wieder ein wenig kühler, als wir unseren üblichen 9 Uhr Start hinlegen. Gemütlich geht es durch die Hochebene. Die Everest-Cho Oyu-Shishapangma-Reihe ist noch einmal mehr als klar am Horizont zu sehen und begleitet uns letztmalig für ein paar Kilometer, dann schieben sich andere „Hügel“ dazwischen und wir radeln noch einmal durch eine trockenen Einöde. Einige Ruinen zeugen davon, dass hier früher auch mal ein paar Siedlungen waren, aber der Boden leuchtet überall weiß, nicht vom Schnee, sondern von Salzauscheidungen, so dass Landwirtschaft wohl nicht möglich ist. Auch den Yaks oder Schafen scheint das wenig struppige Gras nicht zu schmecken, denn wir sehen kaum Herden. Erst nach 30 Kilometern kommen wieder ein paar Dörfer und es wir lebendiger, wieder gibt es ein paar Felder und Tiere. Leider endet für uns bald der Fahrspaß, denn als wir etwas in Richtung Süden einbiegen haben wir den Wind recht straff gegen uns.

Mit 12 Kilometern pro Stunde fahren wir dann im engen Windschatten bis Men Bu Su Mo, einem kleinen Kaff, das allerding freundlicher daher kommt als unsere gestrige Übernachtung in Tingri. Und wir haben Glück, es gibt ein neues Guesthouse, in dem wir die ersten Gäste sind. Richtig toll ist es deshalb noch lange nicht und schon im nächsten Jahr wieder es auch hier recht runter gewirtschaftet aussehen.

Wir warten ewig aufs Essen, aber es gibt ja eh nicht viel zu tun hier. nach den einfachen Gerichten brechen wir dann och auf eine runde durchs Dorf auf und sehen uns die Schule an. Die Schüler haben gerade „Sport“, geübt wird hauptsächlich marschieren. Andererseits stellt sich die Frage, ob man hier in 4500 Metern Höhe überhaupt Sport machen kann, auch wenn die Tibeter die Höhe gewöhnt sind, vermeiden sie auch nicht ohne Grund schnelle Bewegungen und anstrengende Arbeit, auch der Tibeter kommt bei der dünnen Luft außer Atem.

Abends ziehen wir wieder ins Restaurant, das Essen ist etwas besser und wir beschließen einen morgigen sehr zeitigen Aufbruch, liegen doch 120 km und zwei 5000er Pässe vor uns und wir wollen so viel wie möglich vom windfreien Vormittag haben.