Archiv: 2010 Goldenes Dreieck

5. Tag: Königliche Königsetappe

Donnerstag, den 17. Dezember 2009

96 Kilometer von Menglun nach Mengla, drei stattliche Pässe und ein paar kleine Anstieg, 1800 Höhenmeter bei angenehmen 15 bis 28 Grad

Der Nebel hängt am Morgen so dicht, dass man nicht weiß, ob es regnet. Natürlich haben wir am Abend vergessen noch einmal einen Blick Gabis Fahrrad zu werfen, ich versuche noch einmal das Schaltwerk zu justieren, aber ohne großen Erfolg. Also tausche ich mit ihr einfach das Rad.

Noch zwei drei Kilometern geht es durch den Botanischen garten und im Dunst des Morgennebels vorbei an den schönen verschiedenen Palmen, dann sind wir wieder auf der Straße zurück. Hier geht es die ersten Kilometer durch riesige Bananenhaine, Bananenstauden soweit das Auge reicht. Die Stauden mit den Früchten werden in blaue Plastiksäcke noch am Baum eingewickelt. Das dient nicht der Verpackung, sondern als Schutz vor der Sonne, die Bananen sollen nicht reifen, sondern lange Grün bleiben und weiter wachsen. Nach einer Weile folgen dann ein paar kleine Orte mit brodelndem Morgenleben und dann macht die Straße einen Schlenker nach rechts in Richtung Berge. Auf einer kleinen Brücke machen wir noch eine kurze Rast und werfen noch zwei frische Ananas ein, dann geht es in den ersten langen Anstieg. Mehr als 500 Höhenmeter schraubt sich die Straße in mal weiteren, mal engeren Kurven nach oben. Wir haben Glück und der Nebel reist auf und es öffnet sich eine grandiose Sicht über das Tal, in dem unten noch die Wolkensuppe schwabbert. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichen wir dann die erste Spitze, zum Glück war es noch nicht so heiß und so sehen wir ohne Panik den nächsten Gipfeln entgegen.

Erst einmal geht es gute 10 Kilometer rauschend abwärts runter ins Tal. Dort gibt es ein schönes Dai-Dorf, aber auch hier hat die Tourismusindustrie schon wieder einen Minoritätenzoo errichtet. Uns soll es recht sein, denn zuvor gab es hier kein Restaurant, aber jetzt gibt es hier drei schöne Läden in einer Reihe. Der Hauptansturm aus den Bussen ist auch schon durch und so können wir unseren Hunger recht schnell stillen und verspachteln einige große Portionen, kein Wunder nach dem mageren Frühstück und dem Anstieg.

Wohlgefüllt geht es dann glücklicherweise noch nicht wieder bergan, sondern noch ein paar Kilometer geradeaus. Dann wird die Straße noch ruhiger und es geht in den zweiten Pass, diesmal sogar etwas mehr als 500 Höhenmeter. Aber der Weg ist gut asphaltiert und es geht immer im dichten Halbdschungel nach oben, so ist es also nicht zu heiß. Auch hier erreichen wir nach einer satten Stunde Kletterei den Gipfel und langsam zeigen sich dann doch leichte Ermüdungserscheinungen.

Die Abfahrt ist mit 8 Kilometern nicht all zu lang, obwohl die Sonne schon tief steht, nehmen wir uns die Zeit für eine Runde durch ein kleines Dai-Dorf ohne touristischen Hintergrund. Hier grunzen fröhlich die Schweine aus ihren Buchten, Hunde bellen und jeder ist mit etwas beschäftigt. An einem Haus werkeln fleißig die Zimmerleute und auf der anderen Seite bündelt eine Frau Sesamstrünke zum Trocknen. Überall in den Verstrebungen der ersten Etage hängt Wäsche zum Trocknen, als ob das Dorf heute kollektiven Waschtag gehabt hätte.

Der dritte Pass ist nur ein kleiner mit gerade einmal dreihundert Höhenmetern, trotzdem bemerkt man die Höhenmeter, die wir schon in den Beinen haben. Doch der Berg ist auch nicht steil und so sind wir schneller oben, als gedacht. Noch ein kleines Päuschen und dann rollen wir die letzten 15 Kilometer abwärts, direkt bis zum Hotel und ohne einen weiteren Zwischenanstieg. Bevor es unter die Dusche geht trinken wir ein kaltes Bier auf den Durst einen langen Tages und dann folgt eine halbe Stunde dickes heißes Wasser. Leider funktioniert bei den Mädels die Dusche nicht und so müssen wir noch etwas umorganisieren, damit alle gewaschen zum Essen kommen.

Nach halb Acht ziehen wir dann zum Abendessen und dann och eine Runde über den Markt, es war lecker wie immer und auf dem Markt reges Leben. Wo am Tag Gemüse und Lebensmittel verkauft werden tobt jetzt das Nachtleben. Es gibt dutzende Grill- und Nudelstände, aus einer Karaoke-Bar dringt schauriger Lärm, man kann Autoskooter fahren und auf einer Rollschuhbahn drehen Jugendliche ihre Kreise, einige sogar sehr professionell.

Obwohl ich todmüde bin, lasse ich mir noch eine Stunde eine Massage verabreichen und es wird noch ganz interessant, denn die Masseuse ist eine Minoritätenfrau der Hani, auch eines kleinen Bergvolkes, hat noch nie einen Ausländer massiert und wir fragen uns bis Mitternacht Löcher in den Bauch, dann klappen mir einfach die Augen zu.

4. Tag: Im subtropischen Wunderland

Mittwoch, den 16. Dezember 2009

46 km von Ganlanba nach Menglun, ein kleiner Berg, 456 Höhenmeter, 18 bis 25 Grad, Besichtigung des Botanischen Gartens

Die Nacht war katastrophal, denn gegen halb eins kehrten die Jugendlichen aus den Nachbarzimmern zurück, natürlich ordentlich angeheitert und dann geht es in Stöckelschuhen den Gang hoch und runter und Türen knallen und es dauert fast zwei Stunden bis wieder Ruhe einkehrt. Na wartet liebe jugendliche Freunde, wir müssen zeitig raus!

Um sieben Uhr stehen wir dann auf und auch wir können laut sein, sogar sehr laut und ich denke nach 5 Minuten haben wir alle nächtlichen Ruhestörer wach gerüttelt und sorgen noch gut eine halbe Stunde dafür, dass sie auch nicht so schnell wieder einschlafen können.

Frühstück gibt es in einer Nudelbude auf der Straße und danach kommt auch unsere Gepäckfahrerin von gestern wieder und ich bespreche mit ihr den Tag. Sie ist nicht sehr begeistert, dass sie auf der Hälfte der Strecke warten soll, aber es wird ziemlich bergig und Gerlinde hat deshalb ja extra das Fahrzeug angefordert.

Die Strecke heute ist nicht lang, aber es geht dann einige kräftige Hügel hinauf und als gelinde dann aufs Auto will ist die Fahrerin natürlich nicht wie verabredet da, sondern bis zum Ziel vorgefahren, hat das Gepäck im Hotel abgeladen und sich mit voller Besatzung auf den Rückweg gemacht. Sie sei so schlecht bezahlt argumentiert sie und lässt uns im regen stehen. Aber China ist nicht China, wenn nicht alles organisierbar ist, also halte ich ein Fahrzeug an und so kommen wir auf den Berg bis zu den Ananasfeldern. Nach einer üppig fruchtigen Zwischenmahlzeit fahren wir dann weiter bis ins nächste Dorf und dort findet sich auch ein Transfer bis zum Hotel für Gerlinde. Der Rest der Truppe radelt bis in den Ort. Die Mädels schlagen vor, eine üppige Mittagsmahlzeit einpacken zu lassen u8nd dann im Hotel mitten im Botanischen Garten zu essen. So machen wir es dann und haben auf einer kleinen Wiese vor dem Hotel alle zusammen ein schönes Picknick zu dem sich recht schnell eine ganze Herde stolzer Pfaue gesellt, die unsere Reste komplett recyceln.

Der Rest des Tages gehöt dem wirklich wundervollen botanischen Garten. Auf einem riesigen Gelände gibt es Pflanzungen zu unterschiedlichen Themen. Gleich am Eingang befindet sich der Bambusgarten, wo wie die unterschiedlichsten Sorten und Gattungen dieser Art bewundern können, in verschiedensten Größen und Formen.

Besonders toll ist der Palmengarten an einem See mit schönen Wasserrosen, die gerade in schönster Blüte stehen. Nicht so interessant für den Laien sind die medizinischen Pflanzen, dafür ist es am Ufer des Sees etwas bunter.

Nach langem Spaziergang und einem kurzen Nickerchen am See fahren wir dann zum Essen noch einmal in die Stadt. Hier gibt es eine hervorragende halboffene Straßenküche mit leckersten Speisen, von denen man kaum genug bekommen kann. Hervorzuheben ist besonders eine Art geräuchertes und gedämpftes Schweinefleisch, aber auch die anderen Gerichte sind vorzüglich gegart. Eigentlich möchten wir noch länger im Lokal bleiben und noch ein oder zwei Bier trinken, aber es gibt keine Toilette in der Nähe und so müssen wir vorzeitig abbrechen. Im Dunkeln schaffen wir es bis zum Park und sorgen für gute Bewässerung des wasserliebenden Bambusses und dann geht es nach einem kurzen Ausflug ins Internet ins Bett.


3. Tag: Im Minoritätenzoo

Dienstag, den 15. Dezember 2009

33 Kilometer von Jinhong nach Ganlanba, Besichtigung des Minoritätendorfes und Belustigung durch die Dai-Minorität, leicht hügelig, 18 bis 25 Grad, sonnig

Der Morgen beginnt trübe und frisch und mit einer Überraschung, die Brücke über den Mekong ist gesperrt und wird umgebaut. Die Umleitung führt einmal durch die ganze Stadt und ist recht stressig befahren. Außerhalb der Stadt wird es dann sehr angenehm, die Straße führt immer am Mekong entlang unter dichten Bäumen, nur schade, dass es noch so neblig und trüb ist. Beeindruckend ist die subtropische Vegetation, es gib viel Bambus und Palmen und an den Berghängen riesige Plantagen von Kautschukbäumen. In den Dörfern wachsen Pomelos und Papayas und an der Straße gibt es zahlreiche Stände mit Ananas.

Gegen 11 Uhr erreichen wir dann schon Ganlanba, ein kleines Städtchen, das von der Dai-Minorität dominiert wird. Frauen in traditionellen Gewändern trocknen Seegras und wir genehmigen uns drei schöne reife Ananas und Kokosmilch in Originalverpackung. Im Städtchen finden wir ein schönes Hotel in einer kleinen und scheinbar ruhigen Gasse, die Zimmer sind zwar klein, aber piksauber und die Dusche ist warm, was wollen wir mehr. Wir brechen dann gleich wieder auf und ziehen in ein kleines Sichuan Restaurant mit würzig-scharfem und leckerem Essen ein. Um die Schärfe zu löschen brauchen wir erst einmal ein paar Biere und dann geht es leicht beschwingt auf den Rädern ins Museumsdorf.

Für 100 Yuan Eintritt fahren wir dann durch eine Siedlung mit neuen und alten Häusern im Dai-Stil. Auf Holzsäulen gestützt gibt es eine riesige erste Etage, meistens mit einer großen offenen Terrasse und ein paar kleinen Zimmern an einer Seite. Darüber erhebt sich eine beschwingt hölzerne Dachkonstruktion mit drei Giebeln. Unsere beiden Frauen vom Bau bewundern dann lange die Baustellen in den verschiedenen Phasen und können gar nicht glauben, dass die Säulen auf den Säulensteinen weder verzapft noch verschraubt sind, sondern ihre gesamte Stabilität lediglich durch das Gewicht des Gebäudes bekommen.

In der Mitte des Parkes befindet sich dann ein riesiger Springbrunnen, hier laufen schon jede Menge Touristen und Minoritätenfrauen in bunten Trachten herum, dann beginnt das Wasserfestival. Normalerweise findet dieses nur einmal im Jahr kurz vor Beginn der Regenzeit statt, aber hier wird täglich Wasser gespritzt und das sogar zwei Mal am Tag, der Tourismus macht’s möglich. Entsprechend begeistert sind die spritzenden Frauen, manche völlig teilnahmslos, andere machen sich dann aber doch eine Gaudi daraus chinesische Touristen einzuweichen wenn der Ruf : „Shui, Shui, Shui“- „Wasser, Wasser, Wasser“ertönt.

Danach strömen alle in die Festhalle, wo mehr oder weniger traditionelle Tänze von 100 Jungfrauen und einer handvoll männlicher Tänzer der Region präsentiert werden. Beeindruckend war dann doch die Vielfalt an bunten Farben, doch auch hier wird nur mit mäßigem Engagement präsentiert. Gegen Ende darf man dann der schönsten Dame aus dem Reigen eine Blumenkette umhängen, was aber auch die geehrten Damen wenig erhebt. Noch während der letzte Tanz auf der Bühne vorgeführt wird verlassen die meisten Chinesen das Lokal und das Reinigungspersonal ist schon fleißig am Putzen und Schrubben, um uns herum werden die Stühle hochgestellt, während wir wenigstens bleiben, bis der letzte Tänzer und die letzte Tänzerin den Saal verlassen hat.

Ansonsten gibt es im Dorf noch einige Tempel in laotischem Stil zu bewundern und eine Souvenirshopmeile, aber die Verkäufer agieren recht nervig, so dass wir dann recht schnell wieder dem Ausgang aus dem Dorf entgegen streben.

Im Städtchen findet gerade ein Basketballturnier statt, wir schauen ein wenig zu und sind für die rote Mannschaft, die lässt jedoch recht schnell nach und verliert haushoch gegen die Blauen. Jede Mannschaft hat ihren eigenen Fanklub dabei und eine Herde junger Mädchen, die bei jedem Korbwurf ihrer Mannschaft laut kreischen und auch der Rest der Zuschauer zeigt doch rege, für China eher untypische, Anteilnahme am Spielgeschehen.

In einem Restaurant am Ende der Straße werden wir wieder gut bedient, Gemüse und Schweinefleisch sind sehr gut, die Ente ist eine Katastrophe, das arme Tier muss kurz vor dem Hungertod gestanden haben und kam dann wohl bei einer Esplosion ums Leben, jedenfalls würde das die vielen Knochen und Knochensplitter an den Fleischresten erklären. Vom Nachbartisch werden wir dann noch zu einem Glas lokalen Reisbrandys eingeladen und stoßen dann mit einem „Shui, Shui, Shui“ an. Das Zeug schmeckte so lecker, das wir nach dem Aufbruch der Gruppe am Nachbartisch noch die halbe Restflasche des Branntweins ergattern und vernichten.

Leicht und beschwingt rücken wir dann in den Supermarkt ein und setzen zu einer Shoppingorgie an diversen kleinen Snacks und Getränken ein, schließlich muss all das Zeug invielen bunten Farben einmal probiert werden.

Zurück in unserer Hotelgasse hat sich diese in ein Zentrum des boomenden Nachtlebens verwandelt. Alles steht voller Mopeds, es gibt eine ganze Reihe Straßenrestaurants, zwei Frisörläden in denen sich kurz berockte Mädchen räkeln. Und gegenüber gibt es eine Disco, die sich langsam füllt, allerdings wird nicht getanzt und auf der linken Seite drei Tische mit hübschen Mädchen, die dann zum Karaoke Singen in den Separées angeheuert werden können. Wir begnügen uns mit einem weiteren Bier und dann falle ich wiederum recht schwer in mein Bett.

2. Tag: Unter Palmen und Bambus

Montag, den 14. Dezember 2009

25 km in der Umgebung von Jinhong, zwei kleine Tempel, Märkte, Dai Dörfer bei 18 bis 25 Grad Sonnenschein

Morgens sieht das Wetter gar nicht so subtropisch aus und es ist auch relativ frisch, aber das liegt vor allem am Mekong, der hier durch die Stadt fließt und ich bin guter Dinge, dass sich die Dunstschleier lichten.

Das Frühstück im Hotel ist so lecker, wie die Zimmer luxuriös sind und voll gestopft geht es dann in Richtung Radladen. Hier sind einige unserer China By Bike Räder stationiert und wir bekommen fünf Räder ausgeliefert. Eine knappe Stunde bauen und basteln wir dann an den Rädern, dann laufen die Tachometer und die Sättel sitzen an der richtigen Stelle und wir können auf eine kleine Probetour durch die Umgebung aufbrechen.

Schon in der Stadt gibt es vor allem für Gabriele und Anke, die zum ersten Mal in China sind, viel zu gucken. Faszinierend sind die kleinen Imbissbuden und die vielen kleinen Läden und das Straßenleben überhupt. An einer kleinen Kreuzung vor der Stadt gibt es einen kleinen Markt und wir bekommen einen Überblick über das reichhaltige Angebot an Früchten und Gemüse, probieren eine Sorte kleinen leckeren Rettichs und Klebereis mit Bohnen, der über Grillfeuer in Bambus gegart wird.

Auf einer kleinen holprigen Straße geht es durch ein schönes Dai-Dorf. Die Dai-Minoritäten haben wir gestern Abend beim Straßentanz schon bewundert, wegen ihrer dunklen Tracht und den amüsanten Wadenwickeln. Auch die Häuser der Minorität sind sehr interessant. Die meisten Gebäude stehen auf Pfählen, gewohnt wird im ersten Stock und die Lagerräume befinden sich unter dem charakteristischen Holzdach.

Zwischen den Dörfern befindet sich ein kleiner Tempel, der ist nicht spektakulär, aber unterscheidet sich doch schon von chinesischen Tempeln. Die Buddhafiguren sind viel schlanker und man findet auch schon die für Laos typischen Stehenden Buddhafiguren. Die lange Treppe zum Tempel am Eingang wird von zwei Nagas, das sind dreiköpfige Schlangen mit Beschützerfunktion, bewacht.

Gegen Mittag schlendern wir über den großen Markt in der nächsten Siedlung. Hier wird alles angeboten, was man zum Leben braucht und auch hier gibt es einen unendliche Vielfalt an Gemüse, Früchten, Tofu, Fleisch und anderen Lebensmitteln.

Ein kleines Mittag nehmen wir auch gleich hier in einem winzigen Restaurant zu uns, es gibt baotze, das sind gedämpfte und gefüllte Teigtaschen und ein wenig Gemüse und Tofu. Gegenüber dem Markt findet sich auch noch ein kleines Cafe, wo wir eine dünne Instant-Mischung bekommen, aber man kann wunderbar das Leben auf der Straße beobachten.

Durch Plantagen von Bananen, vorbei an Bambushainen und Palmen, kleinen Teichen und Feldern mit Mais und Tabak geht es dann wieder zurück nach Jinhong. Dort bleibt dann noch ein wenig Zeit zum Schlendern in der Stadt, bevor wir zum Abendessen aufbrechen.

Auf dem Weg zum Abendessen machen wir noch eine Kofferverkäuferin glücklich, ich löse mein Verpackungsproblem und Gabriele legt sich auch ein neues Köfferchen zu.

Das Abendessen ist grandios, obwohl das restaurant eher klein ist, naber wir haben gute Fleisch- und Gemüsegerichte, genug Bier und ein paar Schnäpse. Leicht beschwingt, fast die Koffer vergessend, treten wir den Rückweg zum Hotel an und ich muss noch meine Mails bearbeiten!

1.Tag: Ein Tag im Flieger

Sonntag, den 13. Dezember 2009

Flug von Bangkok nach Kunming und weiter nach Jinhong, kleiner Abendspaziergang und Abendessen

Am zeitigen Morgen geht es mit dem ersten Bus von der Bangkoker Khaosan Road wieder zum Flughafen. Dort gelingt es mir nicht, eine vernünftige Internetverbindung herzustellen und so nutze ich die Zeit für ein Grünes Curry. Obwohl ich extra ein etwas angenehmeres Lokal gesucht habe, bekomme ich nur Plastikbesteck, wegen der verschärften Sicherheitsbedingungen und das Curry schmeckt so auch nur halb so gut.

Am Gate treffe ich dann auf meine kleine Gruppe, Armin und Gerlinde kenne ich schon von den China By Bike Treffen in Berlin und mit Armin hatte ich mehrfach Kontakt wegen seiner großen Russland reise im letzten Jahr. Dazu kommen noch zwei junge Frauen aus Hamburg, Anke und Gabriele, die zum ersten Mal China bereisen. Obwohl alle nach dem langen Flug von Frankfurt etwas müde aussehen, habe ich einen guten Eindruck und denke, dass die Reise uns allen Freude bereiten wird.

Noch einmal knapp drei Stunden geht es dann nach Kunming und ich muss feststellen, dass ich keinerlei daten zum Anschlussflug in Kunming geliefert bekommen habe, doch auf dem Flughafen lässt sich das Problemn schnell klären, unsere Flüge sind alle im Computer und somit kann Nichts schief gehen.

In Kunming bleibt gerade einmal Zeit zum Geld tauschen, dann geht es 16.45 weiter nach Jinhong, wo wir nach 45 Minuten Flug eintreffen. Unser Fahrer kommt fünf Minuten zu spät und dann geht es durch ein subtropisches Paradies in die Stadt zum Hotel. Draußen ist es angenehm warm, ca. 25 Grad, es gibt überall Palmen und viel Grün und das Hotel schlägt alle Erwartungen, große luxuriöse Zimmer versprechen eine erholsame Nacht.

Nach einer langen Dusche gehen wir dann noch ein wenig spazieren. Gegenüber vor dem Kulturzentrum belustigt eine Gruppe von Minoritätentänzern und Tänzerinnen die hauptsächlich chinesischen Touristen. Wir bewundern ein wenig die schönen Trachten der Dai Minorität und die anmutigen Bewegungen der Tänzer und Tänzerinnen, wollen uns aber dann nicht am Gruppentanz mit Touristen beteiligen und ziehen weiter.

Hier im Süden von China trifft man nur wenige „richtige“ Chinesen, denn die meisten der über 50 chinesischen Monoritäten sind hier beheimatet und zumindest auf dem Land bilden die Han-Chinesen hier die Minderheit. Aber gerade dieser bunte Mix der Völker und Kulturen und der Einfluss aus Burma, Laos und Thailand machen diese Ecke des Landes, die sich Xishuangbanna nennt so interessant und abwechslungsreich.

Abendessen finden wir in einem Restaurant mit lokalem Essen, in einen großen Topf mit heißer Brühe werden Eier, Fleisch, Gewürze und Nudeln gekippt, dazu gibt es ein paar kleine Gerichte und etwas kühles chinesisches Bier und wir haben einen ersten guten Eindruck von der regionalen Küche. Dann geht es auch schon wieder ins Hotel zurück, in dem das traditionell recht harte Bett wartet. Ich empfehle meinen Gästen noch das Telefon auszustöpseln, um von den Massageangeboten mit Zusatzleistung nicht gestört zu werden und falle selbst recht schnell in tiefen Schlaf.