Entlang der Teestraße
Radtour durch die Vielvölkerprovinz Yunnan im Süden Chinas. Die “China-by-Bike”- Tour, die ich 2010 das erste Mal gemacht habe, hat sofort mein Herz erobert, denn auf dieser Tour stehen nicht die großen spektakulären Sehenswürdigkeiten auf dem Plan, sondern wir tauchen tief in die Provinz und das Leben der Minoritäten ein. Vorüber geht es an schier unendlichen Teeplantagen, die sich in den Mittelgebirgen über die Berge ziehen. Wir überwinden eine Klimascheide und tauchen dann in die Subtropen ein, in Jinhong stoßen wir auf buntes Minoritätenleben und tropische Pflanzenvielfalt.
Die Erlebnisse auf meiner ersten Tour findet ihr auch in einem Blog, wo ihr Tag für Tag der Reise nachvollziehen könnt, mir hat die Reise viel Spass gemacht und ich werde nicht zum letzten Male auf dieser Tour unterwegs sein.
Zeitraum: vom 6.02.10 bis zum 28.02.10
Zeitdauer: 28 Tage
Strecke: 750 km mit vielen normalen und ein paar wenigen anspruchsvollen Etappen
In Kunming erleben wir das quirlige Leben einer chinesischen Metropole, finden im Yuantong Kloster gelebten chinesischen Buddhismus und am promenieren Cui Hu See mit Chinesen und Chinesinnen, die die ersten warmen Tage im Jahr genießen. Hier wird Musik gemacht, Sport getrieben und getanzt.
Am nächsten Tag starten wir zeitig in den Steinwald. Das von der UNESCO geschützte bnaturwunder ist eine der Hauptattraktionen in der Provinz, auch für chinesische Touristen. Die überfluten mit lärmender Fröhlichkeit den vorderen Teil des Parkes. Gemeinsam tauchen wir auf verschlungen Wegen in Schluchten zwischen den Steinsäulen in ein verzaubertes Land und erwarten hibnter jeder Biegung das Auftauchen von Fabelwesen.
Am Abend steigen wir in den Nachtzug nach Dali, der alten Königsstadt am Ohrensee. Hier machen wir auch unsere Räder starklar und erkunden die Stadt und ihre Umgebung. Auf schmalen Wegen geht es durch Reisfelder von Dorf zu Dorf bis in ein kleines Marktstädtchen. Spektakulär ist die Aussicht vom Tempel an den drei Pagoden, die im See reflektiert werden und ein grandiose Kulisse vor den Bergzügen bilden, die viele Monate in Jahr noch mit Schnee bedeckt sind.
Nachdem wir Dali verlassen haben erreichen wir das gebiet der Yi Minorität, in Weishan übernachten wir in der Altstadt mit wundervoll erhaltener Holzarchitektur und besteigen einen daoistischen heiligen Berg, um dessen Gipfel 12 tolle kleine Klöster verstreut sind. Gerade das Fehlen der Touristen und die Ruhe und Gelassenheit der kleinen Ensiedeleien, lassen den Reisenden die Kraft dieser Natur verbundenen Religion spüren.
Unsere Route führt abseits der Touristenpfade durch kleine Flusstäler. Tropischer Regenwald wechseln mit terrassierten Landschaften, wo Reis und Gemüse angebaut wird.
Noch bevor wir die Teestadt Pu’er erreichen radeln wir durch unendliche Teeplantagen. Über die Hügel und Berge, soweit das Auge reicht, ist nichts weiter zu sehen, als das satte Grün der Teepflanzen im Frühling und es findet sich so manche Gelegenheit, auch eine Tasse des Aufgusses zu verkosten und uns mit den Eigenarten und Besonderheiten des Pu’er Tees vertraut zu machen.
Auf dem Weg nach Jinhong übernachten wir in einem tollen Hotel auf einem nebligen Gipfel inmitten eines Urwaldreservates und haben einen Tag später auch die Gelegenheit domestizierte und mit etwas Glück auch wilde Elefanten zu sehen.
Die letzten Tage verbringen wir bei den Minoritäten der Dai und Aini, erleben ein Festival und können entspannt am Ufer des Mekong in Jinhong promenieren, bevor wir in die Millionenmetropole Shanghai fliegen. Hier bleibt uns noch ein Tag für Sehenswürdigkeiten und Shopping bevor wir mit der Hochgeschwindigkeitsbahn Maglev mit einer Spitzengeschwindigkeit von über 400 km/h zum Flughafen zurück fahren.
Alle tage und Erlebnisse dieer eindrucksvollenTour finden sich auch im Blog unter dem Eintrag „Entlang der Teestraße“.