Entlang der Burmastraße

Radtour durch den Süden der chinesischen Provinz Yunnan und den Norden Burmas. Diese Tour ist meine Lieblingstour unter den länderübergreifenden Touren von „China By Bike„, denn die Strecke führt nicht nur durch Atem beraubenden Landschaften, vorbei an faszinierenden Sehenswürdigkeiten und durch winzige verträumte burmesische Städtchen. Das besondere an dieser Tour für mich, sind neben der beeindruckenden Liste an Kulturdenkmalen, die wir erradeln werden, vor allem die Begegnungen mit den Burmesen. Gelbes Tanaka im Gesicht, als Sonnenschutz und Make-up und immer ein offenherziges Lächeln auf den Lippen, sind die Burmesen für mich das freundlichste Volk der Welt. Die tiefe Religiösität der Menschen und der in Form von Tempeln, Pagoden und Mönchen allgegenwärtige Buddhismus machen diese Reise auch zu einem spirituellen Erlebnis.

In meinem Blog „Entlang der Burmastraße“ findet Ihr die Erlebnisse und Fotos der letzten Reise im November 2009 und auch im kommenden Winter werde ich weiter fleißig meinen Stift schwingen und die schönsten Bilder hier veröffentlichen.

Zeitraum: vom 13.11.2010 bis 12.12.2010

Zeitdauer: 30 Tage

Strecke: 1.100 Kilometer mit einigen anspruchsvollen Etappen

Erster Höhepunkt der Reise ist die brodelnde 4 Millionen Einwohner Metropole Kunming, ein kultureller Kochtopf und Zenrum des Teehandels.Wir werden hier den Yuantong Tempel besichtigen und uns bei einer Teeprobe durch die verschiedensten Teegärten des Landes trinken. Natürlich auch dabei, die Pu-Erh Tees, für die die region berühmt und bekannt ist.

Am nächsten Tag geht es dann mit dem Flieger nach Tengchong, dem Ausgangspunkt unserer Radtour. Das Kleinstadtleben ist faszinierend und bietet schon einen interessanten Kontrast zum „Großstadtfeeling“ in Kunming. Wir besichtigen ein historisches Dorf mit wunderbar erhaltener Architektur des 19. Jahrhunderts und bekommen einen kulinarischen Eindruck von den Leckereien der regionalen Küche. Essen ist in China und besonders in Yunnan immer ein Erlebnis, denn in den Restaurants wird das frische Gemüse und Fleisch, sowie auch die exotischeren Zutaten wie Bienenlarven und lokale Yakkäse zur Schau getellt. Lecker sind vor allem die Pilzgerichte.

Mit dem Rad fahren wir dann zum Wolkengipfelkloster. Atemberaubend thront auf einem Berg ein daoistischer Tempel und wir haben einen wunderbaren Ausblick auf eine wunderschöne Landschaft mit erloschenen Vulkanen. Von hier geht es weiter zu „Meer der Hitze“. Heiße Quellen laden zum Verweilen und Relaxen ein und ein wunderschöner Geopark zu Spaziergängen vorbei an dampfenden Quellen kochend heißen Schwefelwassers.

Auf dem Weg zur burmesischen Grenze spüren wir den Wandel der Kultur. Das grenzgebiet ist hauptsächlich von thaistämmigen Minoritäten bewohnt und wir radeln an den ersten Stupa vorbei, die vom Theravada Buddhismus zeugen. Wir übernachten in zwei kleinen Städtchen und lernen so das chinesische Alltagsleben kennen, mit Tanz und Sport am frühen Morgen und am Abend und essen in kleinen Lokalen lokale Spezialitäten. Hier in Yunnan gehören dazu wilde Wildpilze und geräucherter Yak- oder Rinderschinken, aber Yunnan ist auch die Region mit den besten Kartoffelpuffern außerhalb von Deutschland!

In Ruili verlassen wir China und treten in eine andere Welt ein. 90 Prozent der Burmesen sind prktizierende Buddhisten, jeder Mann und viele Frauen haben in einem Kloster eine Zeit als Mönch oder Nonne absolviert und der Buddhismus bestimmt jeden Aspekt des Lebens. Es bringt große spirituelle verdienste in den Tempel zu pilgern oder gar einen Stupa zu stiften und so gibt es hier links und rechts der Straße auch unzählige davon.

Das dies in der Geschichte des landes schon immer so war, davon zeugen die gigantischen Stupafelder von Bagan und am Inlee-See. Trockenes Steppengras,Ziegenerden und Stupa, so weit das Auge auch reicht, große und kleine, halb verfallene und prächtig vergoldete Anlagen werden wir einen Tag lang hier besichtigen.

Vorher haben wir den Norden des Landes durchradelt, lernen das einfache, aber beschauliche Leben der Burmesen kennen und die mit Tannaka geschminkten gesichter der Frauen, Kinder und auch der Männer zu lieben. Am liebsten möchte man die Kamera nicht mehr wegpacken und die Burmesen lassen sich gerne fotografieren und schenken dabei ein Lächeln, dass man so schnell nicht vergisst.

Im Shan Staat machen wir einen Abstecher mit dem Boot und wandern zu einem Waldtempel quer durch Felder mit blühendem Sesam und vorbei an Ananasplantagen. Frische aromatische Früchte machen das Leben hier für uns zu einem Gourmettrip, überall an der Straße werden Kokosnüsse, Ananas und Papaya angeboten.

Neben der Stadt Mandalay mit vielen historischen Sehenswürdigkeiten, lernen wir auch die Hauptstadt Yangon kennen. Hier brodelt der verkehr und hier befindet sich auch das Zentrum des Buddhismus in diesem Lande. Gemeinsam mit Tausenden Burmesen erleben wir einen Sonnenuntergang auf der Shwedagon-Pagode, wo sich allabendlich Mönche, Pilger und Touristen versammeln.

Einer der interessantesten Abstecher ist der Weg zum Inlee-See. Dabei lernen wir das Höhenressort Kalaw kennen und machen eine Tageswanderung zu den Bergvölkern der Region.

Die Dörfer auf und am Inlee erreicht man nur mit dem Boot, Häuser auf Stelzen, schwimmende Gärten und „Einbeinruderer“ haben den See in der Welt berühmt gemacht, doch beeindruckend sind auch hier die mehr oder weniger gut erhaltenen Stupafelder, nicht zu vergessen das in Kakku, welches erst vor 20 Jahren wieder entdeckt wurde. An den hunderten kleinen Stupa klingel Glöckchen im Wind und staunend wandeln wir durch das feld und bewundern die vielfältigen architektonischen Elemente, die die Stupa schmücken.

Ich liebe diese Tour ganz besonders und freue mich schon wieder auf das herzlichste und freundlichste Volk der Welt und hoffe, dass ich meine Begeisterung für Land und Leute, sowohl in Südchina, als auch in Myanmar auf euch übertragen kann.