14. Tag: Dienstag, der 30. Dezember 2014

Mittwoch, den 31. Dezember 2014

In der langen Höhle

65 Kilometer von Minh Hoa nach Phong Nha bei sonnigem Wetter, 500 Höhenmeter, Bootsfahrt in die Höhle

Der Blick aus dem Fenster ist nicht sehr erfreulich, eigentlich kann man gar nichts sehen, denn der Nebel ist mehr als dick und es ist mit 8 oder 9 Grad doch empfindlich frisch. Zum Glück ändert sich das schnell und schon nach dem Frühstück bohren sich die ersten Sonnenstrahlen durch die Suppe.

Schon nach ein paar Kilometern heißt es Jacken ausziehen und wir radeln in einen sonnigen Tag. Zuerst wieder durch weite Täler zwischen grünen Karstbergen, kaum noch ein Dorf, nur ab und an ein kleines Haus, dann geht es auf den ersten Pass zu und wir klettern den Berg hinauf, rechts und links neben der Straße nur noch dicker Dschungel. Mit 500 Metern ist der Pass noch kein Gigant und schnell geschafft und wenig später donnern wir dann auf der anderen Seite wieder hinunter fast bis auf Meereshöhe. Der Urwald lichtet sich und wieder werden einzelne Bergzüge sichtbar und in diesen hier gibt es die längsten und größten Höhlensysteme der Welt.

Unser Ziel ist die Phonhg Nha Höhle und die haben wir gegen 13 Uhr erreicht, wir essen nicht eine kleine Mahlzeit, dann bringe ich meine Gruppe zum Bootsanleger. Von hier wird man noch eine halbe Stunde durch die Landschaft gefahren und taucht dann in die Höhle ein, die an einigen Stellen mehr als 50 Meter hoch ist. Durch ein bizarres Märchenland von Stalagmiten und Stalagtiten schaukelt dann das Boot langsam dahin. Wurde das Boot auf dem Fluss vom Motor angetrieben, müssen die beiden Frauen nun in der Höhle rudern. Dann wird man inmitten der Zauberlandschaft ausgesetzt und läuft durch einen Nebengang wieder zurück zum Eingang der Höhle, wo einen das Boot wieder aufnimmt.

Ich hatte mich heute Nachmittag ausgeklinkt, da ich mir doch eine ordentliche Erkältung eingehandelt habe und stoße zum Abendessen wieder zur Gruppe. Lecker sind hier die eingelegten Auberginen und das Hühnchen mit Zitronengras.

12. Tag: Donnerstag, der 20. Februar 2014

Donnerstag, den 20. Februar 2014

Mit dem Boot in den Berg

67 Kilometer von Minh Hoa nach Phong  Nha, knappe 600 hm über Da Deo Pass (500m), nachmittags Bootsfahrt in die Phong Nha Höhle, alles bei trüben 11 bis 15 Grad

Wir brechen noch ein wenig zeitiger auf heute, zwar warten nur 65 Kilometer auf uns, aber wir haben ein straffes Nachmittagsprogramm und einen Pass vor uns. Kalt ist es natürlich auch wieder, gerade einmal 11 Grad zeigt das Thermometer.

Wir schaufeln eine mäßige Nudelsuppe ein und machen uns auf den Weg, schon nach dem ersten Anstieg ist die die gefühlte Kälte weg. Die schöne Landschaft ist beeindruckend, eine herrliche Karstgegend rundherum. Dazwischen nur wenige Dörfer und kein reisanbau, sondern Gemüse und Mais.

Als wir dann langsam höher kommen werden die wenigen Häuser von dichtem Regenwald abgelöst, wir nähern uns dem Ke Bang Nationalpark, einem der größten zusammenhängenden Waldgebiet in Südostasien.

Die letzten drei Kilometer bis zum Pass geht es dann recht straff nach oben, dort belohnen wir uns mit einer Jogurt und Keksrast, bevor wir uns für die lange Abfahrt ordentlich einpacken.

Fast 15 km geht es dann nach unten, fast bis auf Meereshöhe, die Straße ist toll und die Kurven nicht zu eng geschnitten, so kann man das Rad schön mit 45 bis 50 km/h laufen lassen. Wir sind dann weiterhin im karstgebiet, aber auf den weiten Flächen dazwischen steht wieder der Reis.

Der Ort an der Phon Nha Höhle ist nicht besonders attraktiv, wir warten eine geschlagenen Stunde auf unser Essen, beziehen dann ein kleines Hotel und machen uns auf den Weg zum Bootsanleger. Die Preise haben sich zum letzten Jahr fast verdoppelt, aber der Ausflug ist es wert.

Mit einem kleinen Boot tuckern wir 4 Kilometer den Fluss hinauf, dann geht es nach links in einen Seitenarm und der kommt direkt aus einer großen Felsöffnung, hinter der sich die fast 8 km lange Phong Nha Höhle befindet. In der Höhle ist man dann fast eine Stunde unterwegs, die Hälfte davon wird man im gleichen Boot nun durch eine verzauberte unterirdische Landschaft gerudert. Die Hallen erreiche fast eine Höhe von 30 oder 40 Metern, es ist gigantisch und überall tolle Formationen von Stalagmiten und Stalagtiten. Die Beleuchtung ist recht farbig und erinnert an die Hobbit Filme, unterirdische, farbige  Feenwelten, manchmal zauberhaft schön, manchmal ein wenig gruselig. Durch einen Seitenarm der Höhle verlässt man diese dann zu Fuß noch einmal vorbei an zahlreichen tollen Formationen.

Beeindruckt tuckern wir in den Ort zurück und ordern Abendessen, richtig hungrig sind wir noch nicht, aber der Pass und die Bootsfahrt haben schon wieder müde gemacht und es wird auch langsam wieder kälter.

14. Tag: Freitag, der 15. Februar 2013

Freitag, den 15. Februar 2013

Müde am Berg, munter im Berg

71 km von Quy Dat nach Phong Nha, 500 hm an einem ersten kräftigen Pass, dann Bootsfahrt in die Phong Nha Höhle, bei Wolken und Sonne bis 29 Grad

Es gibt Morgende, das fällt alles schwer. Yoga ist die erste Quälerei, dann Packen und wieder aufs Rad. Selbst der Kaffee zur obligaten Nudelsuppe hilft nur mäßig. Dabei ist die Landschaft mehr als bemerkenswert, wir sind wieder einmal in einem Karstgebiet, diesmal in einem richtigen Gebirge, die Berge um uns herum gehen bis auf 800 m hoch und da wollen/müssen wir heute drüber.

Doch erst einmal gleiten wir durch eine deutlich weniger besiedelte gegend, am Anfang gibt es noch Reisfelder, dann trockenen Ackerbau und die Felder werden gerade alle zur Aussaat vorbereitet. Ringsum die Karstberge mit dichtem Grün bewachsen, erstmals sind wir an der Grenze zum tropischen Regenwald. Ein Blick auf die dichten Laubgehölze und das undurchdringliche Gestrüpp und sofort stellt sich die Frage, wie die Amerikaner hier einen Krieg hatten gewinnen wollen, die hätten hier vorher mal ‚ne Radtour machen sollen.

Die Straße ist gut asphaltiert und heute fast ohne jegliches Fahrzeuge, das ist natürlich sehr angenehm. Unangenehm ist, dass genau in der Steigung die Sonne rauskommt und wir hotten schwitzend den ersten Pass bis auf knapp 500 Meter Höhe hinauf. Der frische Wind, der uns dann entgegenschlägt ist zwar anfangs angenehm, aber puste uns dann auf der Abfahrt und den letzten 30 Kilometern kräftig entgegen, so erreichen wir unser Ziel nach nur 70km doch recht müde.

Es ist erst 13.30 und so müssen wir die Zeit zuerst nutzen, um mal wieder Wäsche zu waschen, in den letzten Tagen ist ja nix trocken geworden, aber heute helfen Sonne und Wind wenigstens dabei.

Danach geht es aufs Boot und hinein ins Weltkulturerbe. Der Fluss windet sich hier nicht nur durch die imposante Landschaft, sondern hat auch das längste Höhlensystem der Welt geschaffen, bis zu 65 Kilometer verlaufen die Gewässer hier in den Bergen und wir sitzen auf einem kleinen Boot und fahren mitten hinein. Die Höhle ist unglaublich hoch, man könnte hier ein dreistöckiges Haus hinein bauen, ohne oben anzustoßen. Überall hängen mächtige Tropfstein, oft mit mehreren Metern im Durchmesser bis auf den Boden. Diese werden schön angestrahlt und man ist nicht auf das Licht einer Taschenlampe angewiesen. Fast eine Stunde geht es mit dem Boot und dann noch zu Fuß durch die Höhle, dann genehmigen wir uns einen Kaffee und steigen wieder ins Boot und machen uns auf den Weg zurück.

Hier in dem Touristenort ist es kein Problem etwas Vernünftiges zu essen zu bekommen und so gibt es heute nun schon die zweite Reismahlzeit und wir sind mit nur einer Nudelsuppe davon gekommen. Abends quäle ich mich mit dem Internet ab und versuche meinen Blog einzustellen, das dauert ewig und dabei wollte ich zeitig schlafen gehen, denn morgen und übermorgen warten zwei lange und anstrengende Tage auf uns.

110. Tag in Hanoi – Samstag, der 14. 08.10

Samstag, den 14. August 2010

Plattfüße und Karsthöhle- Phong Nha

Schon um 6.30 Uhr geht es los, ein kleiner Bus wird mit uns vollgestopft, ich bin die einzige Langnase, dazu kommen zwei vietnamesische Pärchen, zwei Koreaner und drei Japaner. Der Fahrer ist muffelig und so geht es konversationlos durch die schöne Landschaft, das Karstgebiet von Phnong Nha und Ke Bang liegt knappe 200 Kilometer im Norden, mich interessiert auch die Infrastruktur, denn die Höhle soll auch auf meiner „Ho Chi Minh Pfad“ Tour im nächsten Februar liegen, also habe ich mein GPS mitgenommen und mein Sudoku Buch, während der Bus anfangs durch die flache Landschaft brettert, geht es dann in die Berge, es ist ein recht hügeliges auf und ab, aber aus dem Bus lässt sich immer schwer einschätzen, wie hart die Strecke dann mit dem Rad auch wird.

Entlang der DMZ, der demilitarissierten Zone, die hier im Krieg gegen die Franzosen die Trennlinie zwischen dem kommunistischen Norden und dem besetzten Süden darstellte ist die Landschaft recht trocken. Es gibt zwar niedrige Wälder, aber zwischen den Gehölzen schimmer der Sand durch und dass, obwohl es an Wasser in der Landschaft nicht zu mangeln scheint. Ob dies die Folgen des massiven Einsatzes von Entlaubungsmitteln sind, kann der Fahrer nicht beantworten und er versteht meine Frage wohl auch gar nicht. Sein Englisch beschränkt sich auf „Sit there“, „Wait me“ und „Good molning“. Als es vorne am Auto zu rumpeln anfängt und der Bus einen Plattfuß hat, sinkt seine Laune dann auf den Gefrierpunkt, wir warten in der prallen Sonne, bis der Fahrer den kaputten Reifen gegen das Reserverad ausgetauscht hat, welches weder Profil, noch genug Reifendruck hat. Schade, dass ich keine Wette abgeschlossen habe, wie lange dieses halten wird, aber nach noch nicht einmal 10 Kilometern rumpelt es wieder und der reifen ist wieder flach. Ohne Kommentar lässt uns der fahrer wieder in der Sonne stehen und entschwindet mit dem nächsten Truck wohl in den nächsten Ort. Eine Stunde später kommt er mit einem „neuen“ Reifen wieder und nach einer weiteren halben Stunde geht die Fahrt weiter. Während des Wartens in der Sonne versuche ich Revolution und will die Gruppe überreden, einfach in den nächsten Ort zu trampen und dort auf den Fahrer zu warten, aber es kommt keine Reaktion, zumindest hätte ich als Reiseleiter das Problem des Warten auf diese Art für meine Gruppe gelöst.

So kommen wir also schon recht spät an der Höhle an, das Mittagessen dauert auch noch einmal ein Weilchen und dann geht es mit einem kleinen Boot auf den kleinen Fluss in den Nationalpark. Hier beginnt eines der größten Karstgebiete in Asien mit den größten zusammenhängenden Urwäldern in der Region. Bis nach Laos erstreckt sich das Areal und wurde wegen seiner Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren von der Unesco gelistet.

Davon bekommt man auf dem Boot nicht sehr viel mit, aber es geht einen schönen Fluss hinauf, auf dem Wasser kleine Fischerboote und am Ufer eine katholische Kirche und kleine Dörfer vor den Karstbergen geben eine idyllische Landschaft ab. Dann geht es um die Ecke uind in der Felswand klafft ein riesiges Loch und verschluckt den Fluss, hier ist der Eingang zur Höhle. Ich habe schon so manche langweilige Tropfsteinhöhle besichtigt, aber dies hier ist wirklich toll. Schon die Ausmaßed der Höhle an sich sind gigantisch, der Fluss im innerebn des Berges ist immerhin noch 10 bis 15 Meter breit und wie ein Dom ist das Gewölbe nach oben zugespitze und läuft dann in bis zu 25 oder 30 Metern Höhe zusammen. Am Anfang sind dann die Stalagmiten und Stalaktiten noch rech rar, aber weiter hinten hängen gigantische Gebilde aus Kalk von der Decke herab und wachsen mit ihren Gegenstücken am Boden zusammen. Zum Fotografieren ist es in der Höhle zu dunkel, da die Formationen nur spärlich beleuchtet sind, dies macht es aber um so eindrucksvoller, durch dies Märchenlandschaft zu gondeln. Am Ende der Höhle wird das Boot dann entladen und die Menschentauben wälzen in eine Seitenhöhle zum Fototermin, dann geht es auf einem anderen Flussarm wieder zurück in Richtung Eingang. Hier folgt noch ein weiterer Rundgang in einer auch beeindruckenden nebenhöhle, dann blendet nach knapp zwei Stunden im berg das Sonnenlicht wieder. Draußen erwartet einen dann die „Mr. water“ und „Mr. postcard“ Fraktion. Weil wir uns aber an den „falschen“ Tisch setzen brechen die Eigentümerinnen des Standes in einen wüsten Streit aus, die Anwerberin war wohl vom nachbarstand, aber der hier sah einfach gemütlicher aus. Um den zentralvietnamesischen Frieden wieder herzustellen, kaufe ich dann auch auch noch am Nachbarstand eine Flasche Wasser und trinke mein Bier vom gemütlicheren Stand.

Die Rückfahrt verläuft dann unspektakulär, ich löse „Sudokus“ in Serie und wundere mich darüber, warum ich für die „sehr leichten“ Aufgaben mehr Zeit als für die „sehr schwierigen“ Varianten brauche.