10. Tag: Freitag, der 26. Dezember 2014

Sonntag, den 28. Dezember 2014

Auf neuen Pfaden in die Berge

101 km von Sam Son nach Thai Hoa, auf kleinen Straßen über die ersten Hügel, 600 hm bei leichtem Niesel

Der Morgen grüßt grau und ein wenig feucht, es regnet nicht richtig, sondern niesel nur ein wenig. Doch das kann uns die Laune nicht verderben, wir haben gut geschlafen und das Frühstück ist lecker, regionales  Bun, das heißt eine Art gedämpfter Pfannkuchen aus Reismehl mit Röstzwiebeln, dazu zwei Minibouletten, ziemlich lecker und gibt es nur hier in der Region.

Los geht es dann auf einer kleinen Straße durch kleine Dörfer fast am Meer entlang, man kann die salzige Seeluft immer noch riechen. Dann kommen wieder Reisfelder, später mehr auch Tabakfelder. Ein kleines Stück müssen wir über die 1A Hauptverbindung von Hanoi nach Saigon, der Verkehr ist nicht so straff wie erwartet und die Straße frisch gemacht. Ich schlage meinen Mitstreitern einen neue Route vor und die sind sofort einverstanden, so geht es dann noch einmal 5 km auf der Hauptstraße weiter und dann biegen wir nach rechts ab.

Zwar ist es erst 11 Uhr, aber da ich die Strecke nicht kenne, schlage ich noch einen Nudelimbiss vor, zumal es gerade etwas stärker nieselt, dann machen wir uns auf den neuen, kleinen Weg.

Der ist Anfangs recht holprig, aber es gibt kein Verkehr und wenn man etwas mehr als die trübe tagessuppe sehen könnte, wäre es sogar recht schön. Langsam wird die Straße besser und wir nähern uns den ersten Hügeln, links von uns liegt eine Stausee und hier kann man bei klarem Wetter schöne Aussichten haben.

Der Nachmittag wird ein wenig trockener, aber es bleibt grau in grau und gerade nach den ersten Hügeln geht es weiter mit den konjunktiven Aussichten bis wir den Ho Chi Minh Pfad erreichen. Noch einmal genehmigen wir uns ein Nudelsüppchen und fahren dann die letzten 20 Kilometer. Mit der neuen Strecke haben wir knappe 50 Kilometer abgekürzt und sind heute Abend schon in dem Ort, in dem wir erst morgen Mittag sein wollten. Morgen entscheiden wir dann nach Wetterlage, ob wir unseren Vorsprung ausweiten oder schon zu Mittag am Ziel sind. Reichlich müde fühlen wir uns allemal.

Das Abendessen ist Hausmannskost, gebratener Reis und ein Bier dazu und schon um halb 9 sind wir dann im Hotel zurück. Für morgen früh haben Helma und ich uns zu einer ersten Yoagasession verabredet, vielleicht gelingt es uns ja, wieder eine Tradition daraus zu machen.

47. Tag in Hanoi- Donnerstag, 10. Juni 2010

Donnerstag, den 10. Juni 2010

Hundstage

Nun ist der Sommer hier endgültig da mit seinen heißen Temperaturen. Fast seit Anfang der Woche gehen die Temperaturen auf 40 Grad hoch und selbst Nichts tun ist anstrengend. Der Schweiß läuft und läuft und läuft und man hält es nur noch in den klimatisierten Räumen aus oder direkt vor einem Ventilator, der einem die warme Luft heftig um die Ohren bläst.

Hier im Norden ist vom Monsun nicht viel zu verspüren, es regnet zwar alle zwei Tage, aber der Guss ist meistens nach einer Stunde schon wieder vorbei und der kurze Regen reicht nicht, um die Luft merklich abzukühlen. Nachts ist man hin und her gerissen zwischen Klimaanlage und Ventilator. Die Klimaanlage ist einfach zu laut und man läuft Gefahr, sich einen kräftigen Schnupfen zu zuziehen, also doch der Ventilator, aber das ist auch nervig, die ganze Nacht dieser leichte Zug und viel kühler wird es auch nicht. Der versuch ganz auf die Technik zu verzichten scheitert schon nach 10 Minuten, wenn man gebadet ist im eigenen Schweiß.

So wird es hier in Hanoi noch mindestens zwei Monate weitergehen, dann wird es wenigstens ein wenig kühler und am Abend sind die Temperaturen angenehmer. Wer also im Sommer nach Vietnam kommt, muss schon ordentlich hitzefest sein und im Süden in Ho Chi Minh Stadt, in Saigon ist es noch einmal eine Stufe wärmer und dazu noch feuchter.

Die beste Reisezeit beginnt im Oktober und sie dauert bis Ende März, dann kann man wunderbar dem deutschen Winter entfliehen und die Temperaturen gehen hier nicht oft über 30 Grad. Nachts ist es schön frisch und man muss schon ein Pulloverchen einpacken. Vor zwei Jahren soll es hier sogar einen richtig eisigen Winter gegeben haben, zwei Monate lang am Tage nicht wärmer als 15 Grad und die Vietnamesen von Kopf bis Fuß eingemummelt. Die Kälte schlägt dann härter zu als bei uns, denn hier gibt es natürlich keinerlei Möglichkeiten zum Heizen.

Schnee gibt es faktisch nicht in Vietnam, lediglich im Norden, an der Grenze zur Provinz Yunnan, in den Bergen um Sapa soll es wohl nachts auch leichten Reif und Bodenfrost geben und hier ist dann schon eine Jacke gefragt in den Wintermonaten.

Doch von kühlen Temperaturen können wir vorerst nur in heißen Nächten träumen und die Tage in der Hitze sind mehr als anstrengend. Die Siesta wird hier zur Notwendigkeit und Peter will sich freiwillig am Nachmittag aufs Ohr legen und ich natürlich auch, leider geht es aber nur an den Wochenenden. Die Vietnamesen nutzen hier auch jede Möglichkeit zu einem Nickerchen und dabei hilft ihnen ihre Resistenz gegen Lärm natürlich immense und so kann der Vietnamesische Straßenhändler an jedem Ort in allen erdenklichen Positionen auch schlafen.

Genug von der Hitze für heute, vor allem unser Ausflug in den Literaturtempel war besonders heiß. Einige Schüler haben in den letzten tagen ihr Studium an der Uni beendet und das ist der Zeitpunkt für ein paar Fotos im besagten Tempel gleich gegenüber dem Goethe-Institut. Das Berühren der Schildkröten, die die träger der Steintafeln mit den Namen der Doktoranden sind bringt Glück und garantiert auch einen guten Studienabschluss.