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	<title>tomtomtofu - tomtomtravel &#187; Baikal</title>
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		<title>7. Tag: Sonntag, der 5. August 2012</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2012 14:05:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[tom]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[2012 Transmongolia]]></category>
		<category><![CDATA[Baikal]]></category>
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		<description><![CDATA[Übers Land 102 Kilometer von Posolskoe durchs Selengadelta nach Illinka, 22 Grad, während des Radelns kein Regen, dafür ruhiges beschauliches Sträßchen durchs Delta Als ich um 7 Uhr meine Sonnengrüße mache, topft es draußen dicke Regentropfen vom Himmel. Entsprechend packen wir uns auch schon wasserfest ein, aber in dem Augenblick, als wir aufbrachen hört es [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Übers Land</strong></p>
<p><em>102 Kilometer von Posolskoe durchs Selengadelta nach Illinka, 22 Grad, während des Radelns kein Regen, dafür ruhiges beschauliches Sträßchen durchs Delta</em></p>
<p>Als ich um 7 Uhr meine Sonnengrüße mache, topft es draußen dicke Regentropfen vom Himmel. Entsprechend packen wir uns auch schon wasserfest ein, aber in dem Augenblick, als wir aufbrachen hört es auf zu regnen.</p>
<p></p>
<p>Die Strecke hier durchs Selengadelta ist eine der schönsten, die wir in Russland fahren. Die kleine Straße ist asphaltiert (natürlich mit großen Löchern drin), aber es gibt so gut wie keinen Verkehr, aller 10 Minuten rattert vielleicht einmal ein Lada vorbei. Am Anfang haben wir auf der linken Seite noch den Baikalsee, von dem wir uns heute verabschieden müssen, aber ich hoffe ja, dass ich 2014 hierher wieder zurückkehre, wenn ich von Berlin nach Singapur fahren will, natürlich führt der Weg dann wieder durch Sibirien und auch hier am Baikal entlang.</p>
<p></p>
<p>Doch bald entschwindet der See im Nebel und wir fahren durch grüne Wiesen und Weiden, die Kühe starren uns Radler ausdruckslos wiederkäuend an. In den kleinen Dörfern sind die Häuser meist recht gut in Schuss und man kann den Traum vom schönen Landleben träumen, allerdings ist das, und vor allem in Russland nur ein Traum, denn die Winter sind hart und Arbeit haben viele auch nicht und auch wenn der Omul lecker ist, aber jeden Tag Omul mit Kartoffeln und Dill machen auch keine ausgeglichene Diät aus.</p>
<p>Gemütlich ziehen die kleinen Dörfer vorbei und gegen Mittag erreichen wir nach 60 Kilometern die M55 Hauptmagistrale wieder.</p>
<p>Das Mittagessen in einer Raststätte ist erstaunlich gut, der beste Borschtsch bisher und auch die Soljanka ist sie wie sie sein soll. Dazu natürlich ein paar leckere Salate, ich entscheide mich, wie immer für die Rote Beete mit Käse und Knoblauch.</p>
<p></p>
<p>Die restlichen Kilometer durch die flache Landschaft spulen wir dann schnell herunter, ab und zu nehmen wir die „Abkürzung“ durch ein Dorf durch. Die Leute sind nett und freundlich und winken uns lachend zu. Überall muss ich zurückrufen woher wir kommen und wohin wir fahren. Erstaunlicherweise kommt dann kein ungläubiges Kopfschütteln zurück sondern ein „Gute Reise!“. Eine schöne alte Kirche wird mitten im Dorf rekonstruiert. Der Garten drumherum und das Gebäude sehen noch sehr verfallen aus, aber überall stehen Gerüste und die Kuppeln der Kirche mit den Zwiebeltürmchen sind schon frisch vergoldet. Auch hier ist es wie überall auf der Welt. Die einfachen Leute haben kein Geld und fahren seit 25 jahren in ihren rostigen Ladas durch die Gegend und das eigene &gt;Haus fällt zusammen, aber die Kirche hat immer Geld für tolle Prunkbauten.</p>
<p></p>
<p>Durch unsere Ortsdurchfahrten haben wir natürlich unseren Fahrer Mischa verloren und sausen auch glatt am Hotel vorbei, aber nach einer halben Stunde haben wir uns wieder gefunden. Eigentlich sind wir heute nicht in einem richtigen Hotel, sondern nur in einem Motel an der M 55. Hervorragend geplant haben wir, dass wir gerade, als wir unsere Räder und Sachen in die Zimmer bringt draußen ordentlich anfängt zu regnen.</p>
<p>Am Abend machen wir es uns im Restaurant gemütlich. Das Essen ist mehr als vorzüglich, es gibt gegrilltes Gemüse, noch einmal Omul Fisch in der Alufolie und nette Salate. Danach schauen wir uns auf meinem Computer die Bilder des letzten Jahres an und während es draußen regnet probieren wir uns durch die Biere der Baltika-Serie. Besonders gut schmecken Baltika No.3, welches das normale Pilsner ist und Baltika No.9, ein Starkbier mit 8% Alkohol, welches super schmeckt und gut dreht. Mit zwei dieser Biere kann man dann auch die Straßengeräusche während des Einschlafens hervorragend ausblenden und auch die Züge der Transsibirischen Eisenbahn rattern nicht mehr so laut vorbei.</p>
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		<title>6. Tag: Samstag der 4. August 2012</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2012 14:03:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[tom]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[2012 Transmongolia]]></category>
		<category><![CDATA[Baikal]]></category>
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		<description><![CDATA[Im Delta der Selenga Ruhetag in Posolskoe, Botsausflug ins Delta der Selenga, Spaziergang im Dorf und sonst nicht viel bei wechselnden Winden, leicht bedeckt 20 bis 25 Grad, 97 Höhenmeter Leider hatten wir keine Zeit vereinbart fürs Yoga, so mache nur im Zimmer ein paar Sonnengrüße, denn ich hatte zu lange und zu gut geschlafen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Delta der Selenga</strong></p>
<p><em>Ruhetag in Posolskoe, Botsausflug ins Delta der Selenga, Spaziergang im Dorf und sonst nicht viel bei wechselnden Winden, leicht bedeckt 20 bis 25 Grad, 97 Höhenmeter</em></p>
<p>Leider hatten wir keine Zeit vereinbart fürs Yoga, so mache nur im Zimmer ein paar Sonnengrüße, denn ich hatte zu lange und zu gut geschlafen um noch an den Strand zu gehen. Das Frühstück ist gewöhnungsbedürftig, gestern hatte es noch Milchreis gegeben, heute ist es „Gretschka“, Graupenbrei mit Zucker und etwas Quark.</p>
<p>Um 9 Uhr quetschen wir uns dann zu fünft plus den Fahrer Michail, einen kräftigen Burjaten in den 20 Jahre alten Lada Niva und tuckeln 15 Kilometer über schlechte Straße zwei Dörfer weiter und dann auf einem Feldweg zu einem Gehöft an einem Flussarm. Hier wohnt Michail mit seiner burjatischen Familie, die eigentlich eine Landwirtschaft mit 50 Kühen betreibt. Auf der Wiese am Flussarm liegen noch eine Menge kleiner Bootswracks und ein oder zwei noch gangbare Kähne. In eines mit einem modernen Motor bestückt steigen wir dann, es ist nur wenig bequemer als der Niva zuvor.</p>
<p></p>
<p>Mehr als zwei Stunden kreuzen wir dann in kleinen und größeren Flussarmen, es gibt viel Schilf, viele gelbe Blumen auf dem Wasser und viel Vogelgetier, welches mit Lärm und Wellen des Bootes aufscheuchen. Das Wetter ist leider nicht so schön wie am Vortag, es ist bedeckt und weiß nicht so recht, ob es ein wenig regnen soll und im Fahrtwind wird es schnell sehr frisch, so haben wir recht schnell alle verfügbaren Sachen am Körper. Wir bekommen einen schönen Überblick über die Größe des Deltas und auch an den Flussbiegungen gibt es heilige Orte und wir opfern den Schamanen ein Rubel, die in Wasser geworfen werden. Vor allem im Frühjahr und Herbst muss es hier noch reger zugehen, wenn zwischen 4 und 7 Millionen Zugvögel hier Rast einlegen. Dass wir die seltene Baikalrobbe zu Gesicht bekommen hatten wir nicht erwartet und natürlich haben wir sie auch nicht gesehen.</p>
<p>In den 80er Jahren war hier im Selengadelta eine große Zellulosefabrik errichtet worden, die wegen der massiven Verschmutzung des Baikalsees unrühmliche Berühmtheit erlangte. Davon bekommt man aber glücklicherweise nichts mit, was auch an der Selbstheilungskraft des Sees liegt. Durch seine niedrige Wassertemperatur kann mehr Sauerstoff gelöst werden, als in warmen Gewässern und so enthält der See reges Leben. Für die Sauberhaltung sorgen vor allem winzige Krebse, die man mit Flohgröße auch nicht zu sehen bekommt, die sämtliche biologischen Abfälle in kürzester Zeit vernichten. Michail schippert uns dann durchgefroren wieder zurück und wir sind froh über den überheizten Lada, der uns zum Mittag wieder nach Posolskoe zurück bringt. Schön, dass es wieder Omul-Fisch gibt, das ist die im Baikal vorkommende Lachsart, die in allen Varianten immer wieder sehr lecker ist.</p>
<p></p>
<p>Am Nachmittag schlendern wir durchs gesamte Dorf. Gleich neben dem Guesthouse befindet sich der ehemalige Motorenstützpunkt. Hier gammelt die Technik der 80er Jahre schrottreif vor sich hin. Landwirtschaft wird nicht mehr sehr viel betrieben in der Region, lediglich gehört ein Kartoffelfeld zu jedem Hof. Viele Häuser und Scheunen sind recht windschief, einige der schönen Holzhäuser sind blau oder grün angemalt und nett anzusehen. Das kleine denkmal für die gefallen Soldaten des Zweiten Weltkrieges gammelt vor sich hin, ebenso wie einige andere Gebäude und die Straßen. Trotzdem ist es ein nettes Dorf im Vergleich zu den Siedlungen an der M 55, an der Haupttrasse. Im Kloster bekommen wir nicht zu viel zu sehen, da heute kein Gottesdienst abgehalten wird und das Gelände um die Kirche ist auch nicht sooo interessant. Lediglich eine chinesische Reisegruppe belebt das Areal und als wir wieder gehen erscheint eine fröhliche Hochzeitsgesellschaft und lädt uns auf eine kurze Fotosession ein. Am Nachmittag treffen wir dann auf Julia aus Ulan-Ude, die unseren Russlandaufenthalt organisiert und uns dann in drei Tagen in der Stadt wieder in Empfang nehmen wird.</p>
<p></p>
<p>Der späte Nachmittag vergeht dann ruhig, für einen weiteren Spaziergang ist es zu frisch und zu windig, aber dadurch habe ich zeit endlich einmal wieder zu schreiben und meine Bilder aufzuarbeiten, auch wenn es Internet erst übermorgen wieder in der Stadt gibt. Zum Abendessen gibt es natürlich wieder Fisch, als Vorspeise in einer leckeren Pastete und als Hauptgang als Bulette zu Kartoffelbrei und Salat und es schmeckt wieder ganz ausgezeichnet. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass mir langsam Kiemen wachsen.</p>
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		<title>5. Tag: Donnerstag, der 2. August 2012</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2012 13:55:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[tom]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[2012 Transmongolia]]></category>
		<category><![CDATA[Baikal]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sibirien]]></category>

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		<description><![CDATA[Tuman II (Nebel II) stattliche 115 Kilometer von Tanchoi nach Posolskoe, bei dichtem Nebel und frischer Kühle am Morgen, am Nachmittag Sonne bis 30 Grad und zum Schluss idyllische Strecke durchs Selengadelta, 800 Höhenmeter Während ich wie tot geschlafen habe, erzählt Martina von regem leben auf der Dorfstraße und von Zügen im vier Minuten Takt [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tuman II (Nebel II)</strong></p>
<p><em>stattliche 115 Kilometer von Tanchoi nach Posolskoe, bei dichtem Nebel und frischer Kühle am Morgen, am Nachmittag Sonne bis 30 Grad und zum Schluss idyllische Strecke durchs Selengadelta, 800 Höhenmeter</em></p>
<p>Während ich wie tot geschlafen habe, erzählt Martina von regem leben auf der Dorfstraße und von Zügen im vier Minuten Takt auf der Transib-Strecke. Ich mag den Kascha zum Frühstück, Milchreis, einige nicht, aber wir sind eben in Russland in einer Herberge. Draußen ist das Wetter nicht viel besser als am Vortage, es sieht nach Regen aus und ist nebelig. Dafür kommen wir gut voran, zumindest bis zur Baustelle, die es schon im letzten Jahr gab. Hier sind eben keine chinesischen Straßenbauer am Werk, die 200 Kilometer Trasse in einer Saison durchziehen können. Es ist etwas schlammig, aber das ist tausendmal angenehmer als an trockenen Tagen von den Trucks eingestaubt zu werden. Der Verkehr ist interessanterweise wesentlich ruhiger als am Vortag und die Fahrer halten recht vernünftigen Abstand zu uns Radlern. Leider lässt der dicke Nebel die Landschaft nicht im besten Licht erscheinen, man sieht eigentlich gar nix, deshalb stecke ich mir die Musik in die Ohren, die ich eigentlich für die langen Wüstenetappen geplant hatte. Mein Sohn hatte mir noch fast 2 GB Musik nach meinen Wünschen zusammengestellt und so geht es musikalisch kreuz und quer durch die 80er und 90er Jahre, durch die Schlammstrecke passenderweise mit ACDC und Billie Idol.</p>
<p></p>
<p>Das Mittagessen in der Raststätte motzen wir mit einem geräucherten Omul Fisch aus dem Baikal, sowie Erdbeeren und Blaubeeren auf und wenig später schlägt das Wetter innerhalb von Minuten um. Es klart auf, zwar haben wir einen leichten Gegenwind, aber auch strahlenden Sonnenschein und gute 28 Grad. Die Birken leuchten und links schimmert der blaue Baikalsee durch die Bäume. Auf der rechten Seite liegen sanfte Hügelketten, wunderschöne sibirische Landschaft und pures Fahrvergnügen, denn wir haben die Hauptstraße verlassen. Nach einer halben Stunde taucht dann die Kirche von Posolskoe auf und wenig später sind wir in unserem Guesthouse.</p>
<p></p>
<p>Die burjatische Familie ist nett und das Abendessen lecker, es gibt wieder frischen Fisch aus dem Baikal und danach machen wir uns auf einen Spaziergang auf und wandeln am Ufer des Sees entlang. Ein wenig kann man das andere Ufer erahnen, der See ist hier vielleicht 10 Kilometer breit, doch das ist nichts zu seiner Länge mit über 600 Kilometern. Auf den Wiesen am Ufer stehen zahlreiche Zelte und die meisten der Russen auf Urlaub bereiten gerade am Feuer das Abendessen, zumeist brodeln Fischsuppen in den Töpfen über dem Feuer. Der Spaziergang in der warmen Abendsonne ist nach einem langen Radeltag sehr entspannend. Als die Sonne dann im See versunken ist, kehren wir zur Herberge zurück. Verdient müde warten die Betten auf uns. 350 km haben wir in den letzten drei Tagen und es war auch recht bergig. Unseren morgigen Ruhetag haben wir uns also mehr als verdient.</p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>4. Tag: Donnerstag, der 2. August 2012</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2012 13:45:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[tom]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[2012 Transmongolia]]></category>
		<category><![CDATA[Baikal]]></category>
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		<description><![CDATA[Tuman I (Nebel I) 113 Kilometer von Sjduljanka nach Tanchoi bei leichtem Regen und Nebel, bergige 770 Höhenmeter bei 15 bis 20 Grad Das Wetter sieht nicht sehr gemütlich aus und es ist mit 15 Grad auch recht kühl, wir packen uns ordentlich ein und ziehen nach dem Frühstück los. Die Berge von gestern stecken [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tuman I (Nebel I)</strong></p>
<p><em>113 Kilometer von Sjduljanka nach Tanchoi bei leichtem Regen und Nebel, bergige 770 Höhenmeter bei 15 bis 20 Grad</em></p>
<p>Das Wetter sieht nicht sehr gemütlich aus und es ist mit 15 Grad auch recht kühl, wir packen uns ordentlich ein und ziehen nach dem Frühstück los. Die Berge von gestern stecken doch noch ein wenig in den Beinen und gleich am Morgen erwarten uns schon wieder die ersten Hügel. Eigentlich ist die Strecke sehr schön, rechts müsste ein Gebirgszug liegen und links der Baikalsee, doch von beidem sehen wir nichts. Lediglich die Flussläufe die wir überqueren, mit ihrem klaren Wasser, lassen etwas von der landschaftlichen Schönheit bei besserem Wetter erahnen. Nach einer halben Stunde beginnt es auch noch zu regnen, aber nach einer weiteren halben Stunde hört es auch wieder auf. gegen Mittag haben wir das Gefühl, das die Sonne vielleicht doch noch die Wolkendecke aufbrechen könnte, aber sie tut es nicht.</p>
<p></p>
<p>Zwischen Straße und Baikalsee verläuft auch die Strecke der transsibirischen Eisenbahn, aller fünf bis zehn Minuten rauscht ein Zug vorbei. Selten ein Personenzug, meistens lange Güterzüge, oft mit Ölwaggons, manchmal mehr als 80 davon hintereinander. Von Moskau sind wir hier schon 6000 Kilometer entfernt und bis nach Wladiwostok kann man die Bahnlinie noch einmal mehr als 2000 Kilometer lang verfolgen.</p>
<p>An der Straße gibt es nur wenige Dörfer oder Siedlungen, reich sind die Leute hier nicht, die Holzhäuser sehen zwar nett, aber meist recht schäbig aus. An den Bushaltestellen und Rastplätzen für die Autos sitzen reihenweise ältere Frauen und Männer und verkaufen Pilze und Erdbeeren oder geräucherten Omul. Der Omul ist ein lachsähnlicher Fisch, der nur im Baikalsee lebt.</p>
<p>Gegen 17 Uhr erreichen wir Tanchoi und übernachten im Gästehaus der Nationalpark-Verwaltung. Die Herberge hat den Charme einer Jugendherberge, aber die Leute sind nett und wir bekommen ein ordentliches Abendessen. Danach drehen wir noch eine Runde durch das kleine Dorf im Nebel und steigen über die Gleise an den See. Auch hier ist nicht zu viel zu sehen, aber es ist schön am Strand entlang zu laufen und das Rauschen der Wellen zu hören, die aus der Nebelwand nur wenige Meter vor uns auftauchen.</p>
<p></p>
<p>Am Bahnhof kehren wir dann wieder zurück. Leider kommt jetzt gerade kein einziger Zug vorbei, obwohl noch einige Leute auf einen Regionalzug warten. Dafür herrscht vor dem kleinen Laden auf dem Vorplatz reger Andrang. Meist kommt ein Lada mit dröhnender Musik angebraust, jemand springt heraus und holt im „Magasin“ schnell noch eine Flasche Schnaps.</p>
<p>Auch wir haben heute Abend mit dem Fahrer eine halbe Flasche mit dem „Wässerchen“ gelehrt und das bildet eine gute Grundlage für einen gesunden Schlaf. Da es heute nicht einmal halb so viele Höhenmeter waren, war der Tag auch nicht so anstrengend, wie der gestrige.</p>
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		<title>3. Tag: Mittwoch, der 1. August 2012</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2012 13:28:27 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[2012 Transmongolia]]></category>
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		<category><![CDATA[Sibirien]]></category>

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		<description><![CDATA[Berge ohne Ende harter Radeltag von Irkutsk nach Sjudljanka, 113 Kilometer und deftige 1747 Höhenmeter !!! bei wechselhaften Wetter und Temperaturen zwischen 18 und 28 Grad Endlich ist es soweit, wir sitzen auf den Rädern und können losradeln! Die Bedingungen sind optimal, es ist leicht bewölkt bei vielleicht 20 Grad. In Irkutsk und aus der [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Berge ohne Ende</strong></p>
<p><em>harter Radeltag von Irkutsk nach Sjudljanka, 113 Kilometer und deftige 1747 Höhenmeter !!! bei wechselhaften Wetter und Temperaturen zwischen 18 und 28 Grad</em></p>
<p>Endlich ist es soweit, wir sitzen auf den Rädern und können losradeln! Die Bedingungen sind optimal, es ist leicht bewölkt bei vielleicht 20 Grad. In Irkutsk und aus der Stadt heraus herrscht straffer verkehr, aber wir haben selten das Gefühl, dass es gefährlich sein könnte. Der Abstand, den die Autos beim Überholen halten ist nicht all zu groß, aber es wird nie richtig dicht, also nur ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die russischen Straßen sind schlecht und ziemlich löcherig, aber das macht auch den Autofahrern mehr zu schaffen als den Radlern.</p>
<p>Von Anfang an geht es mäßig bergan, wir haben heute ein ziemliche Mittelgebirge vor uns und sind mental vorbereitet. Ob wir körperlich vorbereitet sind, das wird sich am Abend zeigen. Es ist schon etwas komisch eine zweimonatige Radtour mit dem nominell härtesten Höhenprofil am ersten Tag zu fahren, aber es geht nicht anders. Bis zum nächsten Ort mit Übernachtung sind es nun mal 110 Kilometer und dazwischen liegen eben die Berge.</p>
<p></p>
<p>So haben wir dann nach 25 Kilometern den ersten Pass geschafft und es geht wieder ziemlich weit runter und dann flugs an den nächsten Anstieg, der geht wieder auf fast 900 Meter nach oben. Von da an ist es dann kräftige Hügelei, 200 Meter runter und dann 300 wieder nach oben. Auch ist es warm und sonnig geworden. Erst nach über 70 Kilometern gibt es wieder eine Raststätte und wir sind ordentlich hungrig. Das Programm in den Raststätten kenne ich noch vom letzten Jahr. Soljanka oder Borschtsch als Suppe, Bulette zu Reis oder Kartoffelbrei, Spiegelei mit Brot oder Wurst, dazu kalorienreiche Salate. Für meine Gruppe ist alles neu, also kein Problem, aber im letzten Jahr nach zwei Monaten auf der russisch-sibirischen Piste hat man sich alles über gegessen, doch das ist ja für mich nun auch schon eine Weile her.</p>
<p></p>
<p>Nach dem späten Mittag bergt es weiter, immer hoch und runter und zwei Mal über die transsibirische Eisenbahn. An einigen Stellen, an einer Quelle und an den Pässen hat man bunte Stoffstreifen an die Bäume gebunden und die Autofahrer werfen Münzen aus den Autos auf die Straße. Das sind heilige Stätten der Burjaten und Ewenken, deren Religion, der Schamanismus sehr naturverbunden ist und so stiftet man den geistern die die Bäume, die Gewässer oder die Berge und Steine beleben eine kleine Gabe.</p>
<p>Endlich dann der letzte Pass und wir radeln in eine kühle Wolke und in dieser bleiben wir dann auch, dichter Nebel zieht vom jetzt schon nahen Baikalsee herauf. Wir biegen um die Ecke und müssten dann eigentlich eine gigantische Aussicht haben, aber alles ist grau und verhangen und im Dunst; schade, schade. Auch die Verkäufer von geräuchertem Fisch besetzen nur ein Drittel der Stände, weil das Geschäft bei dem trüben Wetter nur mäßig läuft.</p>
<p></p>
<p>Die letzten Kilometer ziehen sich ewig hin, die Berge sitzen in den Knochen und wir sind froh, als wir unser Quartier erreichen. Müde sind wir, aber es hätte schlimmer kommen können, letztlich hatten wir den ganzen anstrengenden tag über angenehme Radeltemperaturen.</p>
<p>Das Guesthouse beherbergt ein Museum für Mineralogie oder auch umgekehrt. Wie auch immer, haben der Hausherr und seine herrische Chefin über 40 Jahr aus aller Welt Minerale zusammen getragen, sortiert und klassifiziert. Eine beeindruckende Sammlung hübscher „Steine“. Untergebracht sind wir in einem Nebengebäude in netten Zimmern im 70er Jahre Stil. Eine Dusche gibt es nicht, aber eine Banja, also eine Art Sauna mit einem großen Pott heißem Wasser und kaltem Wasser, mit dem man sich wechselweise übergießen kann, das ist mindestens ebenso erholsam wie eine heiße Dusche. Nach dem Abendessen raffen wir uns dann mit letzter Kraft zu einem Rundgang durch das Museum auf und fallen dann mehr als rechtschaffen müde in die Betten.</p>
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