Archiv: Gedanken zum Tag

137. Tag in Hanoi-Montag, der 13.09.2010

Dienstag, den 14. September 2010

Sattelphilosophie

Der Fahrradsattel ist der wichtigste und empfindlichste Berührungspunkt zwischen Mensch und Fahrrad, das bekommt fast jeder bei seiner ersten längeren Radtour zu spüren und wahrscheinlich schon in den ersten Tagen. Das hat natürlich auch die Sattelindustrie mitbekommen und versucht nun alle Wünsche in dieser Hinsicht zu befriedigen.

Hierbei kommt es zu dem nicht erstaunlichen Ergebnis, das im gut sortierten Fahrradhandel ein breit gefächertes Sortiment an Sätteln erkaufen lässt mit Preisschwankungen zwischen 20 und 300 Euro. Meiner Meinung nach lässt sich damit aber das Problem eines schmerzenden Hinterns noch nicht lösen, denn nicht der Sattel ist das Problem, sondern das Gesäß.

Wer als untrainierter Läufer in ein Marathontraining einsteigt, rechnet mit Muskelkater und bleibt auch nicht verschont, daran führt kein Weg vorbei. Ähnlich ist es mit einem Sattel, nicht der Sattel muss eingeritten werden, sondern das Gesäß. Und aus dieser Kernthese kann ich dann meine Ratschläge zum Sattelkauf ableiten.

Natürlich gibt es Sättel, an die sich kein noch so hartgesottenes Hinterteil gewöhnt, das sicnd Sättel, die sehr weich sind und Sättel, die zu groß sind. Persönlich liebe ich richtig harte Sättel, wie Rennsättel, aber ich komme auch mit leicht gepolsterten Teilen zurecht. Wie schon gesagt, der Mensch gewöhnt sich an fast alles.

Beim Sattelkauf sollten deshalb folgende Kriterien beachtet werden. Frauen brauchen wegen der anatomischen Unterschiede eine etwas breiteren Sattel als Männer. Hoher Preis und Hochtechnologien verkürzen die Zeit des Einfahrens nicht. Ist ein Hintern und ein Sattel einmal eingefahren, sollte man bei diesem Modell bleiben.

Wer also an seinen Billigsattel gewöhnt ist und dann eine längere Radtour plant, der sollte auf keinen Fall kurz vorher einen neuen Sattel kaufen. Beim Sattelkauf das neue Teil vor dem Kaufabschluss montieren lassen und ein Runde Probefahren, möglichst am eigenen Rad. Will der Händler das nicht gewähren, dann zum nächsten Händler gehen.

Hände weg von teuren Versprechungen, oft sind Gelsättel und anderer technische Schnickschnack kein Nachteil für den Hintern, aber solche Sättel sind in der Regel sehr empfindlich, das Rad fällt einmal dumm um und der schöne neue 150 Euro Sattel ist im A…….(Eimer). Wer mit seinem einfachen Sattel zufrieden ist, hat keinen Grund zu wechseln, wer aber trotzdem sein Rad aufmotzen will, der sollte das gesparte Geld in eine gefederte Sattelstütze investieren, die schont vor allem die Wirbelsäule im Lendenbereich, hier gilt allerdings: Billig ist Schrott, aber es muss auch kein teures Karbonteilchen sein, einfach ausprobieren, es gibt ja 2 jahre Gewährleistung.

Was fahre ich nun? Auf meinen Firmentouren nehme ich den Sattel der gerade drauf ist, bei unseren “China by Bike” Rädern ist das meist ein Standardsattel von “Giant”, so um die 15 Euro und ich habe damit keine Probleme, lediglich bei Temperaturen über 30 Grad und mehr als 100 Kilometern neigt der Sattel, oder besser mein Gesäß dann zur “Wolfsbildung”, aber das täte es unter den Bedingungen wohl bei fast  jedem andere Sattel auch. Privat und auf meinen langen Touren verbringe ich auf einem klassischen Brooks Sattel. Schmal und ungefedert, sehr hart und optimal an meinen wohlgeformten Hintern angepasst. Verschiedene Modelle sind zwischen 50 und 100 Euro zu haben. Die Sättel müssen gepflegt und gefettet werden, aber auf meinem Zweitrad fahre ich einen Brooks, den ich vor 20 Jahren vor meiner ersten großen Radtour eingeritten habe und mein “neuer” Brooks hat auch schon wieder 30.000 km auf dem Leder.

Ich bin auch kein Fan von speziell gefütterten Radhosen, die Dinger sind schwer, brauchen nach dem Waschen lange zum Trocknen und wenn man aus dem Sattel steigt, fühlt man sich wie ein gewindeltes Baby, aber wie so alles in der Welt, die Menschen und die Hinterteile sind verschieden und so soll es auch bleiben, sonst bräuchten wir uns ja nicht mehr in den Sattel schwingen um zu gucken, was die Leute anderswo und auch ganz weit weg so den ganzen Tag lang treiben. Der beste Sattel ist und bleibt ein dickes Fell am Po.

Die Berliner Yoga Connection

Freitag, den 25. September 2009

Meine mehr oder weniger langen Aufenthalte in Berlin sind in der Regel ziemlich anstrengend und so melden sich recht schnell alte Probleme, die auch meinen Radtouren nie habe; die Rückenschmerzen.

Nachdem ich dann vor einigen Jahren die gesamte Schulmedizin mit Massagen, Spritzen, Medikamenten und Schlammpackungen einmal durchhatte, wollte mir mein Arzt nichts mehr verschreiben, die Krankenkasse stand am Abgrund des Ruins und ich hatte immer noch Schmerzen im Rücken.

„Machen Sie doch Yoga!“ blaffte mich die Ärtin an, die weder aus dem Röntgenbild und dem CTG eine schlüssige Ursache finden konnte, jedenfalls ein besserer Tipp als der vom Kollegen: „Wir werden alle mal alt und müssen mit unseren Problemen leben!“

Eine Freundin gab mir dann den Tip eines kleinen Yogastudios um die Ecke und ich war überrascht, dass mich nun keine halbspirituelle Sitzung mit Gliederverrenkung erwarteten, sondern richtiger Sport, mit Schwitzen und Muskelkater und zwar an Stellen, die es eigentlich gar nicht gibt.

Nach zwei Wochen Yoga konnte ich dann wieder meine Fußspitzen anfassen und der Muskelkater war wieder weg. Nach zwei Monaten brauchte ich dann nachts keine Tablette mehr gegen den Schmerz zu nehmen, um Schlafen zu können und die Restbestände lagern bis heute unangetastet im Medizinschrank.

So kam ich damals zum vielleicht weltweit kleinsten Fitnessstudio der Welt und bin bis heute dort geblieben, zumindest wenn ich im Lande bin und die Rückenschmerzen sich wieder einstellen wollen, ach ja und Spaß macht es obendrein auch noch sich die Hände dreimal um den Rücken und Oberschenkel zu schlingen und dann zu verknoten.

Und für alle die, die Lust bekommen haben, geht mal hin zu “Bewegung in Balance” , Prenzlauer  Promenade 20, 13086 Berlin und viele Grüße an Rebecca!

Schlechte Nachrichten aus Tibet- aber nicht für unsere „Berge, Tempel, Thankas“-Tour

Mittwoch, den 23. September 2009

Am 1. Oktober schaut China auf genau 60 Jahre seines Bestehens als Volksrepublik zurück und ähnlich wie zu den Olympischen Spielen hat man große Festivitäten und Feierlichkeiten geplant und so darf natürlich wieder einmal nichts schief gehen, weder innenpolitisch, noch außenpolitisch. Deshalb war es eigentlich wenig überraschend, dass für einige Regionen wieder temporäre Reisebeschränkungen herrschen, natürlich auch für Tibet.

Das ist schon ein Jammer, denn gerade der Oktober ist die schönste Reisezeit für die Provinz, klare, sonnige Wetterlagen mit grandiosen Fernsichten. Vielleicht hilft aber ein ruhiger Herbst in der Provinz, dass dann im nächsten Jahr der „Dampf“ aus der Region raus ist und es auch wieder einfacher wird, Radtouren im Hochland zu organisieren. In diesem Jahr beschränken wir uns aber auf Randregionen und für die sind, soweit hier bekannt, keine Reisesperren verhängt worden.

In einer Woche sind wir dann auch schon fast in der Region, in der Provinz Gansu. Teile der Provinz sind auch von Tibetern bewohnt und wir freuen uns schon auf die hohen Pässe mit den Gebetshaufen und den „Mani“-Steinen und bunten Gebetsfahnen, und die grünen Hochebenen, in denen die Nomaden bald ihre Zelte zusammenbauen und sich für den Winter in ihre Heimatdörfer zurück ziehen, sowie das betriebsame Leben der Mönche und Pilgerer in den buddhistischen Klöstern.

23-09-09

Zu Hause in Berlin stehen die Packtaschen schon wieder bereit und drumherum sammelt sich viel zu viel von dem, was mitgenommen werden soll, noch bleiben vier Tage, um alles auf angenehme zwölf Kilogramm zu reduzieren und am Sonntag geht es auf nach Frankfurt und am Abend heben wir dann ab, in Richtung Reich der Mitte- in Richtung Feuertopf und gebratenen Nudeln mit Yakfleisch, in Richtung Tofu und Bambussprossen und ich hoffe, auch dieses Jahr sind wieder viele von Euch als fleißige Blogleser wieder dabei.

Ein Schaf auf großer Reise – Maysie on Tour

Dienstag, den 22. September 2009

Wie immer sind meine Kinder nicht erfreut, dass ich schon wieder und soooo lange auf Reisen gehe und sie (noch) nicht mitkommen dürfen. Deshalb nehme ich Maysie mit und Maysie ist das Babyschaf meines Sohnes Peter. So wird Maysie dann regelmäßig auf Fotos auftauchen und vielleicht auch die eine oder andere Geschichte erzählen.

Doch noch schläft Maysie in Peters Bett und darf schon mal ein bisschen mit in Berlin herumfahren, aber in fünf Tagen geht es dann auch für das Babyschaf Maysie los und auch das Schäfchen ist schon ganz aufgeregt, denn es fährt zum ersten Mal in seinem Leben so weit weg!

Transsibirien 2011 ist jetzt Transeurasien 2011

Montag, den 21. September 2009

Heute hatten wir ein erstes großes Treffen aller beteiligten an der Organisation der 2011er Radtour von Berlin über Moskau zum Baikalsee, durch die Mongolei und dann nach Beijing.

Einfach wird es nicht, aber für die drei Reisebüros machbar: China by Bike, Alnika Reisen und Mongolei-Reisen werden das Projekt vorbereiten und betreuen und ich werde als Reiseleiter auf der gesamten Tour dabei sein.

Den Titel haben wir ein wenig geändert und nun heißt die Tour „Transeurasien 2011- Die Berlin-Mokau-Ulaan Baatar-Peking Radreise“. Als Starttermin haben wir den 2.April 2011 anvisiert und um den 20. August werden wir in Beijing unsere Ehrenrunde auf dem Platz des Himmlischen Friedens drehen, der Endtermin kann sich noch ein paar Tage verschieben, aber bis Anfang nächsten Jahres steht auch dieser Termin.

Die Mindestteilnehmerzahl sind sechs Radler und die Gruppe soll 12 Teilnehmer plus Reiseleiter nicht überschreiten, bei schon vier Personen auf der Warteliste habe ich keinen Zweifel daran, dass wir die Gruppe zusammen bekommen und fürchte eher einen zu großen Ansturm. Also an alle Interessenten: Rechtzeitig auf die Warteliste setzen lassen!

Und auch für die, die sich nicht fünf Monate frei nehmen können, gibt es gute Neuigkeiten, es sind auch Teiletappen buchbar, vor allem interessant sind der Abschnitt von Berlin nach Moskau, oder vom Baikalsee durch die Mongolei bis nach Nordchina, oder die Strecke durch Nordchina bis nach Beijing.

Neuigkeiten gibt es in einem Monat auf den Webseiten der Veranstalter und natürlich hier in meinem Blog.