Goldenes Dreieck
Urwaldlandschaften und Palmen am Mekong
Das „Goldene Dreieck“ ist eine drei Länder Tour durch den Süden Chinas und den Norden von Laos und Thailand, die mehrfach im Jahr von China by Bike angeboten wird. Ich war im Januar dieses Jahres schon zum dritten Mal auf dieser Tour und freue mich schon auf den nächsten Termin im Dezember. Radeln unter Palmen und Weihnachten im tropischen Paradies.
Im Blog „Goldenes Dreieck“ findet sich ein kompletter Bericht der letzten Tour mit vielen Fotos.
Zeitraum: vom 11.12.2010 bis zum 5.01.2011
Zeitdauer: 26 Tage
Strecke: 1000 Kilometer mit einigen anspruchsvollen Etappen
Minoritätenfestival in Xishuangbanna
Mit der Thai-Air geht es über Bangkok nach Kunming, wo uns leider nur Zeit für einen kleinen Spaziergang und ein erstes typisch chinesisches Abendessen gibt, doch dieses wirft bei den China-Neulingen schon alle Erfahrungen durcheinander, denn das, was hier geboten wird, hat nichts mit dem China-Süß-Sauer-Schleimig-Einheitsbrei der heimischen Restaurants zu tun. Würzig und pfeffrig geht es hier im Süden des Landes dazu, aber bei einer Flasche Dali Bier gewöhnt sich der Gaumen schnell an die ungewohnte Würzkraft.
Am nächsten tag erreichen wir Jinhong nach einem kurzen Flug. Unsere Räder warten schon auf uns und wir montieren Sättel und Lenkerboxen und dann geht es auf eine erste kleine Tour in die nähere Umgebung. Zwischen Reisfeldern und kleinen Dörfern liegt ein Berg mit einer kleinen Tempelanlage und unterwegs liegt ein Marktplatz, auf dem wir uns ein gutes Sortiment an eingelegtem Gemüse besorgen und zu dampfenden Teigtaschen verspeisen.
Auf und ab geht es am Mekong durch dichten Wald entlang bis nach Ganlanba. Dieser kleine Ort ist inzwischen ein Museumsdorf und wir übernachten in einem traditionellen Haus einer Dai Familie. Die Pfahlbauten sind typisch für dieses Volk und diese Gegend und die Vorteile liegen auf der Hand. Selbst wenn die Sonne unbarmherzig brennt, weht auf der überdachten Terrasse im ersten Stock immer ein kühlendes Lüftchen.
Mit etwas Glück nehem wir dann an einem Festival der Dai Minorität teil, das ist zwar meist eine Veranstaltung für Touristen, aber die Tänze in den bunten Trachten geben einen kleinen Einblick in die bunten Traditionen des Dai Volkes.
Einer der schönsten botanischen Gärten, den ich kenne, befindet sich in Menglun und mitten in diesem Garten auch unser Hotel. Neben der weiten Anlage mit mehr als 3000 verschiedenen tropischen Pflanzen, bestaune ich immer wieder die Vielfalt an Palmen uned Bambus, die hier versammelt ist. Abends kann man dann am Ufer des Sees sitzen und sich ganz der troppischen Geräuschkulisse hingeben, aber nur, wenn man sich vorher mit Mückenschutz eingerieben hat!
Einer der schönsten Fahrradtage folgt nun. Knapp 100 Kilometer geht es über drei Pässe, aber seitdem die Autobahn fertig gestellt ist, gibt es auf unserer Straße kaum noch Verkehr und wir radeln durch kleine Bergdörfer mit den typischen Pfahlbauten der Dai Minorität. Es folgen Teeplantagen, Gummibaumwälder und Ananasfelder entlang der Straße und im Januar hatten wir Glück, überall gab es Händler, die ihre Früchte am Wegesrand frisch angeboten haben und geradezu nach einer Snackpause rufen.
Im Grenzort Mohan lebt ein guter Freund von mir, der Inhaber eines kleinen Restaurants an der Kreuzung, hier werden wir ein letztes Mal richtig gut chinesisch Essen, bevor wir am nächsten Morgen die Grenze ins benachbarte Laos überschreiten.
PDR-Laos (Please don’t Rush!)
Mit dem Grenzübertritt beginnt der gemütliche Teil der Reise, alles geht nun etwas langsamer vor sich und das liegt an der Mentalität der Laoten. Ich habe noch nie zwei Laoten laut streiten sehen, alle Leute sind freundlich und gut gelaunt und das mitunter trotz ihrer sehr einfachen Lebensumstände. In Laos radelt es sich sehr angenehm, nicht nur, weil es kaum Verkehr gibt, sondern auch weil die Laoten rücksichtsvolle Fahrer sind, was sofort auffällt ist, dass in Laos nicht gehupt wird, während eine kräftige Tröte in allen anderen asiatischen Ländern und Kreuzberg das einzige Zulassungskriterium für Fahrzeuge sind.
Luang Namtha ist eine „große“ Stadt in Laos und besteht aus fünf oder sechs parallelen vielleicht drei Kilometer langen Straßenzügen. Hier machen wir einen Ausflug in die umliegenden Dörfer. Unter den Pfahlbauten werden Seidenraupen gezogen, am Straßenrand wird gesponnen und die Seidenfäden an hölzernen Webstühlen zu bunten Tüchern gewebt. Wir besuchen einen kleinen Wasserfall und sind bei einer laotischen Familie zum Essen eingeladen. Zum traditionellen Klebereis gibt es verschiedenen warme und kalte Currys und scharfe Saucen. Danach wird immer ein Schluck Laolao gereicht, selbstgebrannter Whysky. Das Schnapsbrennerdorf liegt nur ein paar Kilometer weiter und auch hier kosten wir uns von einer Brennerei zur nächsten. Gebrannt wird in selbstgebauten kleinen Anlagen am Straßenrand und überall sehen wir die Fäßer mit der angesetzten Maische aus Reis.
Einer der schönsten Fahrradtage führt uns an einem kleine Fluss entlang durch den Urwald bis zum Nam Ou Fluss. Nach einem anstrengenden Tag auf dem Rad steigen wir dann in ein kleines Boot um und lassen uns von den erfahrenen Bootsführern eine Tag lang durchs Paradies schaukeln. Wir stoppen in kleinen Dörfern und halten die Luft an, wenn das kleine Boot mit hoher Geschwindigkeit sicher durch Stromschnellen gleitet.
Vor der alten Hauptstadt Luang Namthe übernachten wir bei einer Familie, die ganze Gruppe in einem großen Schlafsaal mit den Kindern und den alten Leuten, aber jeder hat sein eigenes Moskitonetz. Trotz der einfachen Verhältnisse ist gerade diese Übernachtung eine der schönsten auf der Tour it einem abendlichen Bad im Fluss und beim Vorbereiten des Essens müssen alle mit helfen.
In Luang Prabang mischen sich Tempel und der koloniale Baustil der Franzosen und die Stadt ist wirklich eine der schönsten Städte in der ganzen Region und nicht umsonst von der UNESCO dem Weltkulturerbe zugeordnet. Wir besichtigen die zahlreichen Tempel und Wats entlang des Mekong und beobachten hunderte von Mönchen bei ihrer morgendlichen Almosenrunde. Laotische Pilger kommen aus dem ganzen Land hierher um den Mönchen zu spenden und dafür Verdienste im Hinblick auf eine gute oder bessere Wiedergeburt zu erlangen.
Die Stadt bietet kulinarisch das beste, was Laos zu bieten hat, es gibt super leckere Nudelsuppen mit frischen Kräutern, laotische Curry, aber auch französische Küche; unter Palmen am fer des Mekong wirklich ein Ort um ein friedliches Weihnachtsfest zu genießen. Von den restaurants am Mekong hat man einen guten Blick auf den Fluss und die untergehende Sonne und an der Bar gibt es Fruchtshakes aller nur erdenklichen tropischen Früchte. Mein Lieblingsdrink hier ist ein Shake aus Ananas und Kokosmilch, mit etwas Limette und ein wenig braunem Zucker, ab 18 Uhr abends darf dann noch ein Schluck Laolao dazu kommen, aber „normaler“ Rum tut es auch. Aber man kann den Abend auch bei einem Bier genießen, die Brauerei des Lao-Bier sorgt für einen guten Vertrieb im ganzen Lande.
Mit einem komfortablen Boot geht es dann den Mekong zwei Tage lang hinauf, noch einmal sehen wir faszinierende Flusslandschaften und tropische Wälder, bevor wir uns in Huay Xai von Laos und den Laoten verabschieden und das erste, was uns dann in Thailand auffallen wird, ist, dass die Autofahrer wieder hupen!
Same same-but different
Dieser Spruch der Thai-Souvenir Händler hat es nicht nur bis auf die T-Shirts geschafft, es ist auch was dran. Thai und Laotische Sprache sind sich sehr ähnlich, aber eben nicht ganz gleich, die Curry sind in beiden Ländern scharf, aber in Thailand noch einen Zahn schärfer. Die Leute in Laos sind relaxed und in Thailand liebt man es nachts aktiv zu sein.
Wir haben noch drei schöne Radfahrtage im Norden von Thailand und auch hier geht es noch einmal durch dichte Wälder, aber auch fast schon steppenartige Landschaft. Wir haben noch einmal die Möglichkeit, eine Vielzahl von Tempel zu besichtigen und der Höhepunkt dabei ist das Wat Soithep in Chiang Mai. Unterwegs haben wir die Möglichkeit in einem Elefantencamp eine Runde auf den Dickhäutern zu reiten und ihnen beim Spielen im Wasser zuzusehen. In Chiang Mai kommen wir genau richtig zum Sonntagsmarkt und hier bekommt man dann auch die letzten Souvenirs, die man gar nicht mehr gebraucht hätte und natürlich kann man überall wunderbar Essen gehen, ich liebe die hunderte von Ständen im Tempelbezirk neben dem Sonntagsmarkt, hier kann man sich Sautees und gebratenen Fisch und Frühlingsrollen flexibel zu einem Festessen heraussuchen.
Das sind nur ein paar der Höhepunkte, die uns auch wieder erwarten und ich freue mich schon darauf, euch durch die drei Länder zu begleiten, wenn alle Verwandetn und Bekannten zu Hause über das unwirtliche Wetter schimpfen und versuchen den Familiefrieden für drei Tage zu bewahren, dann können wir fast meditative Ruhe beim Radeln unter Palmen erfahren oder einfache den Mönchen bei ihrem monotonen Singsang in den Gebetshallen der Tempel zusehen.

